Arbeitskampf

Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa geht unvermindert weiter

Alles annulliert: So ähnlich wie Mittwoch am Frankfurter Flughafen dürfte es auch an diesem Donnerstag dort wieder aussehen bei der Lufthansa.

Alles annulliert: So ähnlich wie Mittwoch am Frankfurter Flughafen dürfte es auch an diesem Donnerstag dort wieder aussehen bei der Lufthansa.

Foto: Boris Roessler / dpa

Der Flugbegleiter-Streik bremst die Lufthansa weiter aus. Die Airline strich für Donnerstag 933 Flüge. Entspannung ist nicht in Sicht.

Frankfurt/Main.  Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter trifft die Kunden der Fluglinie am Donnerstag erneut hart. Die Gewerkschaft Ufo ruft weiter zum Streik auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken auf. Die Lufthansa strich vorsorglich 933 Flüge, 107.000 Passagiere sind davon betroffen.

Allein in Berlin-Tegel fallen rund 50 Flüge aus. Gestrichen sind nach Angaben des Unternehmens nur Flüge von und nach Frankfurt/Main und München.

Ähnlich sah es am Donnerstagmorgen am Flughafen Hamburg aus, wo 24 Flüge nach Frankfurt und München abgesagt wurden.

Auch der Flughafen Düsseldorf meldete am frühen Donnerstagmorgen mehr als ein Dutzend gestrichene Lufthansa-Flüge , darunter auch ein Flug nach New York/Newark.

Bisher 443.000 Lufthansa-Passagiere betroffen

Seit Beginn des Ausstands am vergangenen Freitag hat die Airline bis einschließlich Mittwoch mehr als 3700 Flüge absagen müssen. Betroffen waren bisher rund 443.000 Reisende. In der Sache gibt es so gut wie keine Bewegung. Die Versuche des Konzerns, den längsten Ausstand in der Unternehmensgeschichte durch die Arbeitsgerichte stoppen zu lassen, blieben folgenlos.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte seinen harten Kurs gegen die Gewerkschaften, denen in den Jahren zuvor zu häufig nachgegeben worden sei. Zugleich ließ Spohr weitere Verhandlungsbereitschaft erkennen.

Arbeitsgerichte gaben Flugbegleitern Recht

Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, rechnet allerdings nicht damit, dass es noch während des Streiks Verhandlungen geben könnte. Zu der am Dienstag von ihm ins Spiel gebrachten Schlichtung kam es nicht. Lufthansa hielt der Ufo vor, bei den angedachten Gesprächen auch Themen besprechen zu wollen, die ausschließlich in die unternehmerische Entscheidungsbefugnis fielen.

Vor Gericht jedenfalls blieb die Gegenwehr der Lufthansa erfolglos. Arbeitsgerichte in Düsseldorf und Darmstadt wiesen Anträge auf einstweilige Verfügungen zurück, Ufo darf demnach bis einschließlich Freitag weiter streiken. Die Entscheidung in Düsseldorf will das Unternehmen nun vom dortigen Landesarbeitsgericht stoppen lassen. Die Lufthansa habe Berufung eingelegt, sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen.

Schaden in zweistelliger Millionenhöhe

Nach Angaben des Lufthansa-Vorstandsmitglieds Bettina Volkens liegt der durch den Streik entstandene finanzielle Schaden für das Unternehmen „schon jetzt in einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“. „Leider müssen wir diesen Konflikt aushalten für eine erfolgreiche Zukunft der Lufthansa – ganzbesonders auch für unsere Mitarbeiter“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. (dpa)