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Lufthansa-Tochter Sun Express führte schwarze Kasse

Ein Fluzeug des deutsch-türkischen Ferienfliegers SunExpress

Ein Fluzeug des deutsch-türkischen Ferienfliegers SunExpress

Foto: Bernd Thissen/dpa

Der Ferienflieger, der gemeinsam mit Turkish Airlines betrieben wird, hat die Steuer betrogen. Lufthansa hat mit Sun Express große Ziele.

Hamburg/Istanbul. Es ist ein Vorwurf, der die ganze Luftfahrtbranche erschüttert, nicht nur Lufthansa und Turkish Airlines, zwei der renommiertesten Airlines der Welt: Nach Informationen des „Spiegel“ soll bei dem Gemeinschaftsunternehmen Sun Express von Lufthansa und Turkish über Jahre eine schwarze Kasse geführt worden sein. Das Gemeinschaftsunternehmen Sun Express soll im Rahmen der neuen Billig-Plattform Eurowings ab Herbst für Lufthansa Langstreckenflüge übernehmen.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Freitag, vergangenes Jahr seien Hinweise auf die Rechnungslegung beim Ferienflieger Sun Express in der Türkei bekannt geworden. Daraufhin hätten Lufthansa und Turkish Airlines eine gemeinsame Revision durchgeführt. Sun Express erstattete demnach Selbstanzeige und versteuerte Einnahmen für drei von insgesamt knapp zwölf Jahren nach.

Dem Bericht zufolge soll die schwarze Kasse über mehr als zehn Jahre geführt und Ende 2012 aufgelöst worden sein. Gespeist wurde sie nach Erkenntnissen aus einer internen Untersuchung unter anderem aus dem Verkauf von Mitarbeitertickets, wie der „Spiegel“ vorab berichtete. Genutzt wurde sie demnach beispielsweise zum Bezahlen von Visa-Gebühren.

Sun Express wurde im Oktober 1989 als Gemeinschaftsunternehmen von Turkish Airlines und Lufthansa gegründet. Heute befördert die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben mehr als sieben Millionen Fluggäste pro Jahr, davon viele aus Hamburg. (HA/dpa)