Kommentar

Der Verkauf von Senvion ist riskant

Foto: Andreas Laible

Die gute Nachricht ist, dass der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Senvion endlich von dem extrem klammen indischen Eigner Suzlon verkauft worden ist. Eine auf den ersten Blick schlechte Nachricht ist dagegen, dass sich mit dem US-Hedgefonds Centerbridge Partners die Situation bei dem Unternehmen in der City Nord weiter verschlechtern könnte. Denn Hedgefonds verdienen in erster Linie Geld mit der Übernahme von Unternehmen, die sie filetieren und einzeln oder komplett mit einem hohen Gewinn wieder verkaufen. Zwar gibt es auch Hedgefonds, die ihre Firmen weiter entwickeln und so ein vernünftiges Wachstum ermöglichen. Aber viele dieser Investoren sind leider nur auf das schnelle Geld aus.

Senvion gehört zu der Gruppe der qualitativ besten Windkraftanlagen-Hersteller. Man kann dem Unternehmen nur wünschen, dass die neuen Eigner die Wachstumsalternative vorziehen. Sonst würde ein innovatives Unternehmen an Zukunftsperspektiven verlieren. Nicht nur Senvion wäre betroffen, wenn Centerbridge nur des Geldes wegen Arbeitsplätze bei Senvion abbauen würde. Sondern die norddeutsche Region, in denen das Unternehmen seine Zentrale, zwei Werke und ein Forschungszentrum hat.

Der Kaufpreis von einer Milliarde Euro war fair. Auch deshalb sollte Centerbridge Senvion weiter voranbringen. Dann würden aus dem überraschenden Geschäft sogar zwei Gewinner und nicht nur einer hervorgehen – der Käufer und Senvion.