Menschlich gesehen

Der scheue Erbe

Er ist Erbe einer der reichsten Familien Hamburgs. Und doch fühlt sich Benjamin Otto einer Weltanschauung verbunden, die den Verzicht auf alles Materielle zum Ideal erhebt: Am Buddhismus, den er auf einer Reise durch den Himalaja-Staat Bhutan näher kennenlernte, fasziniere ihn „der Gedanke, dass Glück nicht vom Besitz abhängt“, sagte Otto. Statussymbole wie eine Yacht brauche er nicht.

Dass er zweimal täglich meditiert, ist womöglich sein ganz eigener Weg, mit dem Druck umzugehen, den der 39-Jährige unweigerlich spüren muss. Denn als Unternehmer und Chef einer jungen Onlinehandelsfirma wird man ihn stets mit seinem Vater Michael Otto, dem Eigentümer des Hamburger Versandhandelskonzerns, vergleichen.

Die privilegierte Herkunft hat nicht dazu geführt, dass der Sohn ein besonders stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein entwickelte. Benjamin Otto wirkt eher scheu, wie sein Vater steht er nicht gern im Rampenlicht. Zudem sei er zu Sparsamkeit und Bescheidenheit erzogen worden: „Mein erstes Taschengeld als Achtjähriger betrug gerade einmal 50 Pfennig.“ Sein Privatleben schottet Benjamin Otto, der laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg selber schon Milliardär ist, weitgehend von der Öffentlichkeit ab. Zum 70. Geburtstag des Vaters im vorigen Jahr brachte er zwar seine Freundin mit. Zu möglichen Heiratsplänen wollte er sich aber nicht äußern.