Börsenwoche

Krim-Krise belastet Börsen

Anleger brauchen in diesen Tagen starke Nerven. Die Krise auf der Krim beschert den Börsen ausgeprägte Ausschläge – insbesondere nach unten. Freitag rutschte der DAX vorübergehend sogar unter die 9000-Punkte-Schwelle, schloss dann aber bei 9075 Punkten. Damit lag der deutsche Leitindex erstmals seit Dezember 2013 zeitweise wieder unter der symbolisch wichtigen Marke. In der vergangenen Woche ist der DAX damit um fast vier Prozent gefallen – so stark wie seit August nicht mehr. Gefragt ist stattdessen Gold, dessen Wert mit 1376,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) auf den höchsten Stand seit dem vergangenen September kletterte.

An diesem Sonntag findet auf der von russischen Truppen besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim ein Referendum über den Beitritt zur russischen Föderation statt. „Die Spannungen auf der Krim drücken die Stimmung weiterhin”, meinte Analyst Michael Hewson von der CMC Markets in London. Der japanische Leitindex Nikkei 225 ist am Freitag zugleich wegen eines starken Yen über drei Prozent ins Minus gerutscht. Im Blick behalten die Börsianer aber auch die Entwicklung in China. Im Reich der Mitte kühlt sich die Wirtschaft ab. Die Sorge über China wird die Börsen noch das ganze erste Halbjahr beschäftigen, sagte ein Marktexperte.

Für Hamburger Aktien sehen Insider unterschiedliche Perspektiven. Beiersdorf gehörte am Freitag zwar zu den Gewinnern und erreichte einen Wert von 68,77 Euro. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die Beiersdorf-Aktie allerdings von 69,80 auf 67 Euro gesenkt, die Einstufung belässt das Institut auf „Verkaufen“. Als Folge der Bilanz für 2013 reduzierte Analystin Rosie Edwards ihre Prognosen für Umsatz und Ergebnis des Hamburger Konsumgüterkonzerns bis 2016.

Die französische Großbank Société Générale hat für die Kupferhütte Aurubis die Einstufung von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Das Kursziel belässt die Bank bei 44 Euro. Der jüngste Ausverkauf bei Aktien von Kupferminenbetreibern habe die Titel des Hamburger Konzerns, die zuletzt bei 36 Euro rangierten, um rund zehn Prozent nach unten gedrückt. Aurubis sei aber weniger anfällig für die aktuellen Preisschwankungen als Minenbetreiber, urteilt der Analyst Amit Pansari. Er stufe Aurubis infolge des soliden Geschäftsmodells hoch.