Kommentar

Budni geht das richtige Risiko ein

Der Plan der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky, Zahnpasta, Shampoos oder auch Kosmetika unter eigenem Namen herauszubringen, ist mutig, aber auch nicht ganz ungefährlich. In der Hansestadt ist die Marke des Familienunternehmens mit Sicherheit stark genug, um bei den Kunden punkten zu können. Verbraucher vertrauen Budni seit vielen Jahren, daher werden sie auch den Wechsel zu den Eigenmarken mitmachen.

Allerdings verschwinden mit der dm-Eigenmarke Balea nun eine Reihe bestens eingeführter, preisgünstiger und in den meisten Fällen auch qualitativ hochwertiger Produkte aus den Regalen der Hamburger. Die selbst entwickelten Waren werden sich an diesen Artikeln messen lassen müssen.

Tests der Verbraucherschützer werden mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen. Dann muss Budni beweisen, dass man in der Lage ist, den Spagat zwischen günstigem Preis und guter Qualität zu bewältigen. Entwickelt sich ein Artikel zum Flop oder wird negativ bewertet, dann kratzt dies auch am Image als Ganzes.

Langfristig gab es für die Hamburger aber wohl kaum eine Alternative zur Entwicklung eigener Marken. Die Partnerschaft mit dm stand schon seit Längerem auf tönernen Füßen. Immer weiter breitete sich der deutsche Marktführer in der Hansestadt aus und setzte Budnikowsky unter Druck. Daneben müssen sich die Hamburger auch immer mehr gegen die großen Discounter behaupten, die mit ihren eigenen Billigmarken das Geschäft dominieren. Eigene Budni-Shampoos und Cremes können daher helfen, die eigenen Marktanteile zu verteidigen und Kunden an sich zu binden. Die Chancen scheinen größer als die Risiken zu sein.