Windanlagen-Unternehmen

Gut die Hälfte der Anleger bleibt Prokon treu

Die Zukunft des Unternehmens ist weiter ungewiss. Der Windparkfinanzierer wirbt bei seinen Anlegern immer noch dafür, ihm eine Garantie zu geben, die Anlage nicht bis zum 31. Oktober 2014 zu kündigen.

Itzehoe. Rund die Hälfte der Anleger des insolvenzbedrohten Windkraftfinanzierers Prokon hat dem Unternehmen bislang mehr Zeit für eine Restrukturierung eingeräumt. Nach Ablauf der Frist am Montagabend hätten sich 40.236 der mehr als 75.000 Inhaber von Genussrechten dafür ausgesprochen, nicht vor dem 31. Oktober zu kündigen, teilte das Unternehmen mit. Das entspreche rund 53 Prozent des Anlagekapitals.

Nach den Zahlen, die Prokon auf seiner Internetseite veröffentlichte, bleibt dem Unternehmen Genussrechtskapital in Höhe von mehr als 778 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen braucht nach eigenen Angaben aber für mindestens 95 Prozent des Anlagekapitals in Höhe von 1,4 Milliarden Euro eine Garantie, um eine Insolvenz abzuwenden. 6753 Anleger kündigten laut Prokon ihre Anlage und wollen so 104,1 Millionen Euro Genussrechtekapital zurückerhalten. Somit liegt die Kündigungsquote bei 7,4 Prozent. Zahlreiche Anleger haben sich offenbar bisher nicht bei Prokon gemeldet, um ihre Pläne mitzuteilen.

Die Zukunft des Unternehmens ist damit weiter ungewiss. Auf der Website hieß es am Dienstag, Anleger könnten immer noch kurzfristig ihre Entscheidung mitteilen, auch wenn die Frist abgelaufen sei. Der Windparkfinanzierer wirbt bei seinen Anlegern immer noch dafür, ihm eine Garantie zu geben, die Anlage nicht bis zum 31. Oktober 2014 zu kündigen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) kann dem Windanlagenfinanzierer unterdessen kaum helfen. Die Finanzmarktstruktur des in Itzehoe ansässigen Unternehmens erschwere dies, sagte Albig: „So unerfreulich das ist.“ Wo es um Kapitalmarktmodelle gehe, sei es für das Land fast ausgeschlossen, tragfähig zu helfen. Den realwirtschaftlichen Bereich von Prokon – dazu gehört der Bau von Windparks – wolle die Landesregierung aber positiv begleiten.