Kommentar

Viel Arbeit für den Kammer-Chef

Als der damalige Vorstandsvorsitzende der Stiftung Berufliche Bildung, Frank Glücklich, 2004 zum Hauptgeschäftsführer der Hamburger Handwerkskammer berufen wurde, waren sich viele sicher, er müsse in sehr große Fußstapfen treten. Sein Vorgänger Jürgen Hogefoster hatte die Kammer geprägt und vor allem mit einer starken Außenwirkung eine Stimme im politischen Spektrum der Stadt verankert. Jetzt, zehn Jahre später, nimmt Glücklich seinen Hut. Sein Vize Henning Albers übernimmt. Und Kammer-Kenner sind sich einig, auch Albers steht vor großen Herausforderungen.

Anders als Hogefoster hat Glücklich weniger nach außen gewirkt, sondern sich vielfach im Hintergrund konsequent für das Handwerk und dessen Vertretung eingesetzt. Gedankt hat man es ihm nicht immer, vor allem nicht im eigenen Haus. So wird eine der größten Aufgabe seines Nachfolgers eine Befriedung der Innungen sein, von denen einige mächtige immer wieder gegen den Kurs der Kammerführung und insbesondere gegen den Präsidenten der Kammer, Josef Katzer, opponieren. Hier muss Henning Albers viel diplomatisches Geschick beweisen.

Des Weiteren muss die Konsolidierung der Kammerfinanzen vorangetrieben werden. Glücklich hat das operative Geschäft in die schwarzen Zahlen zurückgeführt. Jetzt muss das Problem mit den Pensionsrückstellungen konsequent angegangen werden. Nicht zuletzt gilt es, die nach schwachem Start inzwischen positive Entwicklung des Ausbildungszentrums Elbcampus zu verfestigen. Ab jetzt arbeitet Albers an seinen Fußstapfen. Man wird sehen, wie groß sie werden.