Otto-Konzern will Filialgeschäft ausbauen

Hamburger Versandhändler setzt für Modemarken wie Sheego auf klassische Läden. Auch Tochter SportScheck soll wachsen

Hamburg. Der Versandhandelsriese Otto will sein Filialgeschäft kräftig ausbauen. „Wir wollen stationär wachsen“, sagte Retail-Vorstand Timm Homann der „Welt“. Knapp 1000 Läden unterhält der Milliardenkonzern aus Hamburg derzeit, beispielsweise für die Marken Frankonia, myToys, Manufactum, Bonprix oder SportScheck. Nun kann sich Otto auch für weitere Formate eine eigene Ladenkette vorstellen, so zum Beispiel für den Spezialversender Sheego, der Damenmode ab Konfektionsgröße 40 anbietet. „Wir haben derzeit einige Konzepte in der Prüfphase, denn wir wollen unsere Multichannel-Chancen wahrnehmen“, sagte Homann. Ausgenommen bleibt allerdings die Hauptmarke Otto.

Der Weg von Otto ist ungewöhnlich. Denn zuletzt lief es in der Handelswelt eher umgekehrt: Stationäre Anbieter bauen sich eigene Plattformen im Internet auf, um das Online-Geschäft nicht komplett an Spezialisten wie Amazon oder Zalando zu verlieren. Otto allerdings hat als Versender mit starken Wurzeln im Kataloggeschäft andere Voraussetzungen. „Die Verbindung der verschiedenen Kanäle ist das Erfolgsrezept für die Zukunft“, sagt Homann.

Konkret soll in den kommenden Jahren vor allem die Otto-Tochter SportScheck ihr Filialnetz von derzeit 17 auf bis zu 30 Läden im Jahr 2020 erweitern, wie der Geschäftsführer der Kette, Stefan Herzog, schon in der vergangenen Woche im Abendblatt angekündigt hatte. In Hamburg ist das Unternehmen auf der Suche nach einer größeren Fläche oder einer zweiten Filiale, die das Haus an der Mönckebergstraße ergänzen könnte.

Die Wachstumsziele von SportScheck sind ambitioniert. Mit den jährlich ein bis zwei Prozent, wie Marktforscher für den Sportmarkt vorhersagen, will sich Herzog jedenfalls nicht zufrieden geben: „Für SportScheck sind wir deutlich optimistischer.“ Gruppenweit summieren sich die Sporterlöse bei Otto auf rund 800 Millionen Euro. Retail-Vorstand Homann sagt: „In den kommenden Jahren wollen wir das Umsatzziel von einer Milliarde erreichen.“