Kommentar

BlackBerry muss Retter finden

Nokia und BlackBerry haben eines gemeinsam: Beide Marken waren einmal Weltmarktführer.

Nokia und BlackBerry haben eines gemeinsam: Beide Marken waren einmal Weltmarktführer. Die Finnen waren es im gesamten Handy-Geschäft, die Kanadier hatten einst im damals noch jungen Smartphone-Segment einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Doch das war vor fünf Jahren – in dieser schnelllebigen Branche praktisch in einem anderen Zeitalter. Heute hat BlackBerry an den neu verkauften Geräten einen Anteil von weniger als drei Prozent und muss ums Überleben kämpfen.

Zwar haben die Smartphones mit der Minitastatur noch immer eingefleischte Fans. Aber die alten Stärken reichen nicht mehr aus: Mit einem besonders gut geschützten E-Mail-Dienst hatte sich BlackBerry eine führende Position bei professionellen Nutzern gesichert. Dann kam das iPhone von Apple und veränderte die Spielregeln der Smartphone-Welt. Die Computer im Taschenformat waren fortan nicht mehr primär ein Arbeitsgerät, sie wurden Lifestyle-Güter. BlackBerry hat darauf keine Antwort gefunden. Ein wichtiges Kriterium für Käufer ist heute die Auswahl an Apps – und gemessen daran bieten die iPhones und die Telefone mit dem Android-Betriebssystem von Google weitaus mehr.

Die letzte Chance für BlackBerry besteht wohl darin, bei einem großen Konzern unterzuschlüpfen. Denn die Konkurrenten sind übermächtig: Samsung ist der größte Elektronikhersteller der Welt, Apple ist das zweitwertvollste Unternehmen, Nokia ist nun eine Microsoft-Tochter und Motorola gehört jetzt zu Google.