Kommentar

Möhrle wäre gut für Max Bahr

Bob Geisler

Im Geschäftsleben gibt es nur selten die Gelegenheit, eine einmal getroffene Fehlentscheidung zu korrigieren. Bei der insolventen Hamburger Baumarktkette Max Bahr bietet sich nun möglicherweise eine solche Chance. Die denkbare Übernahme durch ein Konsortium um Dirk Möhrle, den Ex-Chef und Sohn des langjährigen Eigentümers Peter Möhrle, könnte jenen fatalen Entschluss des Vaters aus dem Jahr 2007 vergessen machen, das Traditionsunternehmen an den Konkurrenten Praktiker zu veräußern. Damit begann der Niedergang der einst soliden Kette, der in der Pleite beider Firmen endete.

Seine Partner im Bieterkonsortium hat Dirk Möhrle durchaus klug gewählt. Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg ist vor allem im Ruhrgebiet und im Süden der Republik aktiv, Max Bahr hingegen überwiegend im Norden, wodurch sich wenige Überschneidungen ergeben. Zudem wird Hellweg seit Jahrzehnten von einer Eigentümerfamilie geführt, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung verpflichtet fühlt. So wie es früher auch bei Max Bahr der Fall war.

Dirk Möhrle scheint sich jedenfalls noch mit dem Traditionsunternehmen verbunden zu fühlen, das er selbst sieben Jahre lang leitete. Zwar plant er nicht die Rückkehr in die Geschäftsführung, doch es wäre sicher nicht schlecht, wieder einen Möhrle im Gesellschafterkreis der Kette zu haben. Über Jahrzehnte ist dies Max Bahr jedenfalls gut bekommen.

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