Kommentar

Risiken und Nebenwirkungen

Hamburgs Traditionsunternehmen Germanischer Lloyd (GL) ist nun Teil des neuen Konzerns DNV GL mit Sitz im norwegischen Oslo. Hamburg verliert ein eigenständig operierendes Unternehmen. Die maritime Wirtschaft in der Stadt könnte dennoch gestärkt werden. Denn der Hamburger Schiffs-TÜV und Det Norske Veritas (DNV), die nun vereint arbeiten, bündeln ihr Schifffahrtsgeschäft komplett an der Elbe. Der GL war besonders stark bei Containerschiffen, DNV eher bei Massengutfrachtern, Tankern und Spezialschiffen für die Offshore-Energiewirtschaft. Insofern gewinnt Hamburg Kompetenz hinzu.

Ob das langfristig so bleibt, ob es auch neue Arbeitsplätze bringt, hängt von einigen Faktoren ab, vor allem: Kann sich Europa bei der Entwicklung und technischen Klassifikation von Schiffen gegen die ungeheure Wucht der asiatischen Konkurrenz behaupten? Und: Machen sich die Miteigner des neuen Konzerns, die Hamburger Investoren Günter Herz und Daniela Herz-Schnoeckel, auch künftig für den Standort Hamburg stark?

Nicht wenig spricht zunächst für das neue Konstrukt: Über die Schifffahrt hinaus soll DNV GL in Hamburg auch für das technisch anspruchsvolle Wachstumsgeschäft der Offshore-Windkraft zuständig sein. Generell will sich der neue Konzern mit Dienstleistungen und Entwicklungen für umweltschonende Technologien profilieren, vor allem auf dem Meer. Wenn dieser Ankündigung Taten folgen, ist das gut auch für Hamburg.