Kommentar

Tesas Wandel ist gelungen

Daniela Stürmlinger

Während sich bei der Muttergesellschaft Beiersdorf derzeit erste Erfolge in Richtung Sanierung des Nivea-Herstellers zeigen, glänzt die kleinere Tochter Tesa mit Rekordergebnissen. Erstmals wurde im vergangenen Jahr die Umsatzmilliarde erreicht, der Gewinn stieg auf einen Rekordwert. Ein erstaunliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass Tesa Ende der 1990-er Jahre tief in der Krise steckte. Beiersdorf hat damals seine Tochter nicht fallen lassen, sondern gab ihr mehr Eigenständigkeit. Das hat gewirkt. Tesa ist heute ein Beispiel dafür, wie ein Konzern vom Flop zum Top werden kann.

Das Erfolgsgeheimnis in einem Technologieunternehmen sind Innovationen. Und die hat Tesa in den vergangenen Jahren fleißig entwickelt und sich so Schritt für Schritt vom klassischen Klebeband, das andere Firmen kopieren können, zur Hightech-Schmiede gewandelt. Heute ist das Hamburger Unternehmen in vielen Bereichen führend und wird künftig zum Beispiel auch Klebestreifen anbieten, die Medikamente enthalten. Auch mit Folien, die so gut kleben, dass künftig nicht mehr geschraubt werden muss, ist das Unternehmen der Konkurrenz voraus.

Um die Zukunft von Tesa muss sich also keiner Sorgen machen. Aber um Hamburg. Denn Tesa zieht 2015 nach Norderstedt um - in die Nachbarschaft vom Unternehmenssitz des Beiersdorf-Mehrheitsaktionärs Michael Herz. Norderstedt ist zwar nur ein Steinwurf von der Hansestadt entfernt, aber die Hansestadt verliert damit einen innovativen Konzern - und Steuereinnahmen.

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