SMM

Hamburger Schiffbau-Messe im Schatten der Krise

Die Schiffbau-Industrie steht vor schwierigen Zeiten, weil kaum noch neue Aufträge hereinkommen. Hoffnungen ruhen nun auf Offshore-Technologien.

Hamburg. Zur Hamburger Schiffbaumesse SMM kommen trotz der Krise in der Werftenbranche so viele Aussteller wie noch nie. Bei der weltweit führenden Branchenmesse (4. bis 7. 9.) haben sich rund 2100 Aussteller angemeldet, 100 mehr als vor zwei Jahren, teilte die Messegesellschaft am Montag in Hamburg mit. Mit 90 000 Quadratmetern belegen sie auch mehr Fläche als je zuvor. Die hohe Beteiligung spiegele die Dynamik und Innovationskraft der Branche auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wider, sagte Messechef Bernd Aufderheide.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte, die maritime Wirtschaft sei eine aussichtsreiche Zukunftsbranche. „Klimawandel, Energiewende, Rohstoffversorgung – an Land allein lassen sich diese zentralen Herausforderungen nicht bewältigen“, sagte Rösler nach einer Mitteilung am Montag bei der Eröffnung der Messe. So entstehe beispielsweise im Bereich der Offshore-Windenergie in rasantem Tempo ein riesiger Markt für neue Technologien. „Das beginnt bei den Fundamenten, geht über Wartungs-, Errichter- und Transportschiffe bis hin zu Basis- und Servicehäfen.“ Die maritime Wirtschaft leiste einen wichtigen Beitrag für einen erfolgreichen Umbau der Energieversorgung.

+++ Weltgrößte Schiffbaumesse in Hamburg +++

Derzeit bekommt der weltweite Schiffbau nach den Boomjahren im vergangenen Jahrzehnt kaum noch neue Aufträge. Die Kapazitäten liegen weit höher als die Nachfrage und können in den kommenden Jahren kaum ausgelastet werden. Speziell die Werften in Korea und China haben in den vergangenen zehn Jahren ihre Werftindustrie sehr stark ausgebaut und so den wesentlichen Beitrag zu einer Verdopplung der weltweiten Schiffbau-Kapazitäten geleistet. „Wir legen unseren Fokus auf saubere, sichere und energieeffiziente maritime Technologien“, sagte Dirk Lehmann, der stellvertretende Vorsitzende des neuen europäischen Branchenverbandes SEA Europe. Große Chancen sehe er bei der Entwicklung umweltfreundlicher Schiffe und der Offshore-Technologie.

Die Entwicklung der Windenergie vor den Küsten bringe neue Chancen für den Schiffbau, sagte der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP). „Ohne Windenergie auf See kann es keine erfolgreiche Energiewende geben“, sage er. (dpa)