Kommentar

Masterplan ist zu unkonkret

Ein großer Wurf ist Olaf Scholz' Masterplan für das Handwerk nicht gerade. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich viele der geplanten Maßnahmen als wenig konkret oder nicht gerade neu. So fehlt etwa eine Zielvorgabe, wie groß die Gewerbeflächen denn sein sollen, die den Handwerksbetrieben zusätzlich zur Verfügung gestellt werden sollen. Das angepriesene Meistergründungsdarlehen stellt nicht nur eine Verschlechterung gegenüber der bisher gewährten Gründungsprämie dar, sondern steht zudem unter dem Vorbehalt, dass die Bürgerschaft diese Maßnahme noch absegnen muss. Und die angedachten Gewerbehöfe sind zwar interessant, werden aber lediglich geprüft.

Am konkretesten sind da noch die Zusagen für Praxisseminare und Fördermaßnahmen für schwächere Schüler. Doch hierbei handelt es sich um Projekte, die in den meisten Fällen bereits von der Vorgängerregierung angeschoben wurden.

Dass Handwerkskammerpräsident Josef Katzer den Plan dennoch preist und den Bürgermeister in höchsten Tönen lobt, dürfte vor allem damit zu tun haben, dass man es sich in der Kammer nicht mit der Regierung verderben möchte. Die Handwerker scheinen schon froh zu sein, dass sie im Senat mit ihren Anliegen überhaupt auf offene Ohren stoßen.

Immerhin haben sich beide Seiten dazu durchgerungen, einmal im Jahr Rechenschaft über die Fortschritte im Handwerk abzulegen. Solange die Ziele des Masterplans allerdings so schwammig formuliert sind wie jetzt, wird es schwierig sein, den Erfolg des Projekts zu messen. Man wird sehen, ob in einem Jahr mehr als Floskeln zu hören sein werden.