Weltwirtschaft wächst - und Hamburg boomt

Forscher sicher: Es ist kein Strohfeuer. Ansturm auf Euro-Anleihen

Hamburg. Trotz der hohen Staatsschulden in Europa und in den USA hellen sich die Aussichten für die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter auf. Die Experten der Organisation haben ihre Prognose für das globale Wachstum in diesem Jahr auf 4,4 Prozent hochgesetzt - vor allem wegen des bemerkenswerten Booms in Ländern wie China und Indien.

"Auf Hamburg wirkt sich das stärkere Wachstum sehr positiv aus", sagte Michael Bräuninger, Konjunkturchef des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), dem Abendblatt. "Innerhalb Deutschlands hat Hamburg vor der Krise besonders stark vom Wachstum in den Schwellenländen profitieren können. Das wird sich jetzt fortsetzen." Dabei handele es sich nicht nur um ein Strohfeuer: Weil die Pro-Kopf-Einkommen in diesen Nationen noch deutlich unter dem Niveau in den Industriestaaten liegen, werde der Aufholprozess noch lange anhalten.

Unterdessen kam es am Finanzmarkt zu einem überwältigenden Vertrauensbeweis für die Euro-Zone: Investoren rissen dem Euro-Rettungsfonds eine Anleihe zur Stützung des schuldengeplagten Irlands förmlich aus den Händen. Die Nachfrage lag um das Neunfache über den fünf Milliarden Euro, die der Fonds aufnehmen wollte.