Kommentar

Der Senat ist gefordert

Es ist schon paradox: Von Berlin aus kann man direkt nach Peking fliegen, Düsseldorf bekommt Ende März ebenfalls einen Direktflug dorthin. Hamburg aber, wichtigster Standort für chinesische Unternehmen in Europa und durch vielfältige Handelsbeziehungen mit dem asiatischen Riesenreich verbunden, kann nichts Derartiges vorweisen. Seit Jahren bemüht man sich um einen Nonstop-Flug in die Partnerstadt Shanghai, aber bislang vergeblich.

Allerdings ist die Wirtschaft nicht unschuldig daran, wenn sich die Fluggesellschaften eher zögerlich zeigen, dem Wunsch nach solchen Direktrouten nachzukommen. Schließlich arbeiten die Unternehmen eifrig daran, die Reisekosten ihrer Belegschaft zu senken. Etwa indem die Beschäftigten - natürlich nicht die Chefs - selbst auf Langstrecken nur noch in der günstigsten Klasse buchen dürfen. Dass diese Politik es den Fluggesellschaften nicht gerade erleichtert, Direktrouten anzubieten, liegt auf der Hand.

Im Fall von China kommt jedoch noch ein weiteres Element hinzu: Die meisten dortigen Airlines gehören komplett oder mindestens zum Teil dem Staat, sie entscheiden nicht allein nach ökonomischen Kriterien. Damit ist auch der Senat gefordert. Ohne Kontakte auf hohen politischen Ebenen dürfte es schwer werden, den Wunsch der Wirtschaft nach einem China-Flug zu erfüllen.