Irland, Portugal und Spanien lassen Euro-Zone zittern

Dublin muss bis zu 50 Milliarden Euro für seine maroden Banken aufbringen

Brüssel. Die Schuldenkrise in der EU flammt wieder dramatisch auf. Mit neuen Milliarden-Hilfen für seine maroden Banken und einem Rekorddefizit löste Irland gestern Alarmstimmung in Europa aus. Neue Sorgen gibt es auch um die finanzielle Lage von Portugal und Spanien.

Die EU will notfalls mit ihrem riesigen Rettungsschirm einspringen. "Wir sind bereit und stehen zur Verfügung, wenn es nötig ist", versicherte der Chef des Euro-Krisenfonds EFSF, Klaus Regling. Sein Auftritt vor den Medien bei der Tagung der Euro-Finanzminister wurde als außergewöhnlich eingestuft.

Die Sanierung der irischen Kreditinstitute könnte 50 Milliarden Euro kosten. Allein zur Rettung der angeschlagenen Anglo Irish Bank muss der Staat 34 Milliarden Euro aufwenden. Das Staatsdefizit wird damit auf die Rekordmarke von fast einem Drittel der Wirtschaftsleistung steigen. Der Gesamtschuldenstand Irlands wird Ende des Jahres so hoch sein wie die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes in einem Jahr - etwa 160 Milliarden Euro.

Das ebenfalls hoch verschuldete Portugal hatte zuvor überraschend neue Maßnahmen zur Budgetsanierung angekündigt. Spanien wurde gleichzeitig von der Ratingagentur Moody's abgestraft, die ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit um eine Stufe senkte.