Jetzt geht es den Beschäftigten ans Portemonnaie

Hohe Lohneinbußen für Hamburger Hafenarbeiter

HHLA will 300 bis 600 Euro weniger zahlen. Mehr als 1000 Menschen sind betroffen.

Hamburg. Die Schifffahrtskrise wird im Hamburger Hafen immer deutlicher spürbar. So drohen den Beschäftigten der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) jetzt erstmals massive Einschnitte beim Einkommen. Als Folge des Umschlageinbruchs von mehr als 30 Prozent im Jahr 2009 will die HHLA die Löhne auf ihrem größten Containerterminal Burchardkai deutlich senken. Betroffen sind mehr als 1000 Mitarbeiter. Dabei geht es um Einbußen von durchschnittlich 300 und in Einzelfällen bis zu 600 Euro monatlich. Künftig sollen die Schichten an Wochenenden nicht mehr als Mehrarbeit bezahlt werden. Dadurch würde die HHLA Millionen einsparen. "Ein grundlegender Umbau ist notwendig, und wir werden uns nicht davon abbringen lassen", sagte Personalvorstand Heinz Brandt dem Abendblatt.

Mit dem Vorstoß solle ein Personalabbau verhindert werden, der sonst Mitte kommenden Jahres drohen würde. Dann läuft die Beschäftigungsgarantie aus, die zu Beginn der für zwei Jahre vorgesehenen Kurzarbeit bei Hamburgs größtem Hafenunternehmen vereinbart worden war.

Allein am Burchardkai wird, wenn sich die Auftragslage nicht deutlich bessert, vom nächsten Jahr an mit einem Überhang von 300 Stellen gerechnet. 110 Stellen sollen durch eine neue Verteilung der Arbeitszeiten am Wochenende auf die gesamte Belegschaft gesichert werden. Weitere 200 Stellen könnten durch Altersteilzeitregelungen abgebaut werden. "Wenn der Großteil der Betroffenen dazu bereit ist, wäre der Stellenabbau sozialverträglich geregelt", sagte Brandt. Dann könnte für die verbleibenden Mitarbeiter auch über eine Beschäftigungsgarantie bis 2014 verhandelt werden.

Heute soll der Belegschaft die neue Regelung auf einer Betriebsversammlung vorgestellt werden. Die Stimmung ist schlecht. Viele Beschäftigte leisten seit Freitag Dienst nach Vorschrift. Die Abfertigung läuft deshalb deutlich langsamer. In zwei Schreiben an Speditionen soll die HHLA bereits auf diese Schwierigkeiten hingewiesen haben.