Handel

Bauern vermarkten "faire Milch" selbst

Freising. Deutsche Milchbauern haben erstmals ein eigenes Label für faire Milch auf den Markt gebracht. Verbraucher können die Milch zunächst in 1200 Rewe- und 300 Tegut-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen kaufen, wie die Milchvermarktungsgesellschaft MVS und der Verband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mitteilten. Rund 120 Landwirte aus den drei Bundesländern haben sich zusammengetan, um ihre Produkte unter der Marke "Die faire Milch" eigenständig und kostendeckend zu vermarkten. Die Milch kostet demnach zwischen 89 und 99 Cent - 40 Cent davon gehen direkt an die Milchbauern und damit deutlich mehr als bei herkömmlicher Milch.

Der Verband der Milchviehhalter wertete die Einführung der neuen Marke als eine der wichtigsten Etappen im Kampf um gerechtere Milchpreise. Der voll kostendeckende Milchpreis sichere das Überleben der Höfe und damit Arbeitsplätze in der Region. Die Milch werde umweltfreundlich und durch artgerechte Tierhaltung produziert. Zudem sei die Milch gentechnikfrei und mit einem entsprechenden Siegel gekennzeichnet.

Nach Angaben der Milchvermarktungsgesellschaft MVS wird der übliche Marktablauf bei dem neuartigen Label "auf den Kopf gestellt". Die Bauern entscheiden demnach selbst über die Qualitätskriterien, den Verkaufspreis, das Marketing und verhandeln über den BDM und die MVS mit den Handelsketten. Verarbeitet wird die faire Milch derzeit in einer von den Bauern beauftragten Lohnmolkerei.

Die strengen Qualitätskriterien sollen demnach regelmäßig durch eine unabhängige Kontrollstelle überprüft werden. Nach Angaben der MVS sollen langfristig weitere Milchprodukte wie Butter und Käse unter dem neuen Label der "fairen Milch" in die Geschäfte kommen.