Studie: Fünf Prozent Umsatzplus erwartet

Hamburgs Mittelstand optimistisch für 2010

Kleine Firmen sind zuversichtlicher als größere. Haspa-Vorstand erwartet für die Hansestadt keine Kreditklemme.

Hamburg. Nach einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent im vergangenen Jahr blickt der Hamburger Mittelstand umso optimistischer in die Zukunft: Die Unternehmer erwarten im Schnitt ein Umsatzplus von 5,4 Prozent. "Die mittelständischen Unternehmen in der Stadt haben sich im Krisenjahr 2009 sehr, sehr wacker geschlagen", sagte Frank Brockmann, Firmenkundenvorstand der Hamburger Sparkasse (Haspa), bei der Vorstellung der jährlichen Mittelstandsindex-Studie.

Angesichts der Konjunkturprognosen für 2010 müsse man die äußerst ambitionierten Umsatzerwartungen der Firmen zwar mit einem Fragezeichen versehen. Entscheidend sei aber, so Brockmann: "Die Unternehmen glauben, dass die Krise überwunden ist." So gingen 31 Prozent der Betriebe von steigenden Erlösen in diesem Jahr aus, nur fünf Prozent der Firmen rechneten mit sinkenden Umsätzen.

Für die Mittelstandsindex-Studie wurde in Zusammenarbeit mit Creditreform die wirtschaftliche Entwicklung von 2037 Hamburger Unternehmen mit Umsätzen zwischen 2,5 Millionen und 50 Millionen Euro untersucht, ergänzt durch eine Umfrage unter insgesamt 200 Führungskräften.

Auffällig ist dabei, dass die kleinen Firmen mit weniger als fünf Millionen Euro Umsatz für 2010 eine wesentlich kräftigere Erholung erwarten (Umsatzplus von 6,4 Prozent) als die größeren Mittelständler mit Erlösen von mehr als 25 Millionen Euro, die nur mit einem Plus von 1,2 Prozent rechnen. Dafür litten die kleinen Betriebe im abgelaufenen Jahr aber auch besonders heftig (minus 8,4 Prozent), während die größeren Unternehmen im Schnitt ohne Einbußen im Geschäftsvolumen davonkamen.

Diese Befunde decken sich in der Tendenz mit den Resultaten des KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers, wonach das Geschäftsklima in den mittelständischen Firmen aktuell positiver gesehen wird als in Großunternehmen. Die Ergebnisse der Hamburger Studie legen allerdings auch nahe, dass die Wirtschaft in der Hansestadt die Erholung schneller spürt als die Firmen im übrigen Bundesgebiet.

Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), führt dies auf die Funktion der Stadt als Handelsdrehscheibe zurück: "Hamburg hat den Abschwung importiert und importiert nun auch den Aufschwung." Denn der Welthandel erhole sich offenbar deutlich schneller als von vielen erwartet.

Insgesamt werde der Konjunkturaufschwung bundesweit allerdings vergleichsweise zäh verlaufen, so Straubhaar. Einer der Gründe dafür liege in den verschlechterten Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen. Einerseits seien sie wegen der durch die Wirtschaftskrise geschwächten Finanzkraft nicht in der Lage, im bisherigen Maße die geforderten Sicherheiten für Bankkredite zu stellen. Auf der anderen Seite täten sich viele Banken wegen der auch bei ihnen dünner gewordenen Eigenkapitaldecke schwerer mit der Kreditvergabe.

"Vor allem für Großunternehmen wird es deutlich teurer, an Fremdkapital zu kommen", sagte Straubhaar. Denn die Banken seien wenig geneigt, sich Klumpenrisiken einzuhandeln, und ließen sich Großkredite mit höheren Zinsen bezahlen.

"Im Mittelstand sehe ich für Hamburg aber keine Kreditklemme und ich sehe auch keine kommen", sagte Brockmann dazu. So habe die Haspa in den Jahren 2008 und 2009 je eine Milliarde Euro zusätzlich an Firmenkrediten vergeben. Zudem verfüge der Hamburger Mittelstand über eine gute Liquidität.