Verbraucherschützer alarmiert

Zutatenliste bei Süßigkeiten oft unlesbar

Die Experten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben insgesamt 75 Artikel genau unter die Lupe genommen - das Ergebnis des Tests ist ernüchternd.

Düsseldorf. Viele Hersteller von Süßwaren und Knabbereien unterlaufen nach Einschätzung von Verbraucherschützern mit kaum lesbaren Packungsaufdrucken die Pflicht zur Angabe der Inhaltsstoffe. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 75 gängige Nasch- und Knabberartikel unter die Lupe genommen. In den meisten Fällen waren die vorgeschriebenen Zutatenlisten auf den Packungen allenfalls mit Mühe zu entziffern.

Bei 41 getesteten Artikeln wurden die Zutaten nach Angaben der Verbraucherschützer nur in unleserlich kleiner Schrift aufgeführt. Bei insgesamt 63 Produkten erschwerte zudem der geringe Kontrast zwischen Schrift und Packungshintergrund die Lesbarkeit. Bei 38 Packungen waren die deutschen Inhaltsinformationen zwischen anderen Sprachen versteckt. Bei 18 Artikeln waren sie unter dem Verschluss zusammengeknautscht oder befanden sich unter einer Verpackungsnaht.

Verbrauchern werde mit der Gestaltung der Verpackung der Zugang zu wichtigen Informationen verwehrt, bemängelt die Verbraucherzentrale. Unter den Produkten mit kaum lesbarer Zutatenliste fanden sich Markenartikel namhafter Hersteller genauso wie „No-Name-Produkte“.

Die Verbraucherschützer forderten die Hersteller auf, sämtliche Zutaten an gut sichtbarer Stelle in deutscher Sprache, leicht verständlich und deutlich zu erkennen anzugeben. Darauf seien vor allem Konsumenten angewiesen, die bestimmte Farb-, Geschmacks- oder Konservierungsstoffe nicht vertragen oder allergisch auf gängige Inhaltsstoffe reagieren. Aber auch gesundheitsbewussten Konsumenten oder Vegetarier bräuchten das Zutatenverzeichnis als Orientierungshilfe.