Filmpreis

„3 Tage in Quiberon“ ist Favorit beim Deutschen Filmpreis

Gewinnt der Favorit oder setzt sich ein Außenseiter durch? Hunderte Promis feiern in Berlin die Verleihung des Deutschen Filmpreises.

Berlin.  Wer ist der große Lola-Gewinner? Mehr als 1900 prominente Gäste treffen sich am Freitag zum Mitfiebern bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin. Bei frühlingshaftem Sonnenschein nutzten viele Stars den roten Teppich für einen großen Auftritt – in glamouröser Abendrobe oder elegantem Smoking.

Beobachtet von zahlreichen Fans begann das große Schaulaufen vor dem Palais am Funkturm bereits am späten Nachmittag. Zu den Schauspielern und Regisseuren, die zur Lola-Gala kamen, gehörten unter anderem der deutsche Hollywoodstar Diane Kruger, Fatih Akin, Andrea Sawatzki und ihr Mann Andreas Berkel, Emilia Schüle, Frederick Lau, Anke Engelke, Oskar Roehler und Samuel Finzi. Auch Charly Hübner, Franz Rogowski und Sandra Hüller schritten über den roten Teppich.

Zehn Nominierungen für „3 Tage in Quiberon“

Und wie bekommt man als Nominierter die Aufregung in den Griff? „Da musste durch“, war der Rat von Schauspieler Michael Gwisdek an seinen Sohn. Robert Gwisdek war für seine Rolle in „3 Tage in Quiberon“ in der Sparte Beste Nebenrolle nominiert. Und Vater Gwisdek verriet noch: „Ich bin der Lieblingsschauspieler meiner Frau!“

Karoline Herfurth, die die Titelrolle in dem als bester Kinderfilm nominierten Streifen „Die kleine Hexe“ spielt, kam im hochgeschlossenen, bunten Glitzerkleid und verriet: „Es war wirklich eine Ehre, diese Figur zu spielen“. Und die als beste Hauptdarstellerin nominierte Kim Riedle („Back for Good“) meinte zur Chance auf den Preis: „Klar wäre es geil! Aber die Nominierung ist schon ein solches Geschenk für mich.“

Mit gleich zehn Nominierungen ging „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef über das Leben von Romy Schneider als großer Favorit ins Rennen. Nicht nur in der Königskategorie Bester Film war das Drama nominiert. Marie Bäumer, die in dem Film die am Leben verzweifelnde Romy Schneider spielt, war als beste Schauspielerin am Start. Für ihre sensible Darstellung war Bäumer bereits bei der Berlinale gefeiert worden - am Ende aber leer ausgegangen. Weitere Nominierungen gab es unter anderem in der Kategorie der Besten Nebenrollen.

Auch Fatih Akin kann hoffen

Bei der Lola-Gala waren Bäumers Konkurrentinnen Diane Kruger („Aus dem Nichts“) und Kim Riedle („Back for Good“). Als beste Schauspieler gingen Andreas Lust („Casting“), Oliver Masucci („Herrliche Zeiten“) und Franz Rogowski („In den Gängen“) ins Rennen.

Chancen auf den Hauptpreis als bester Spielfilm hatten neben dem Romy-Schneider-Film auch Fatih Akins mit dem Golden Globe ausgezeichneter NSU-Film „Aus dem Nichts“ und das DDR-Drama „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume. Ebenfalls nominiert: Die Liebesgeschichte „In den Gängen“ von Thomas Stuber, das auf Tatsachen beruhende Kriegsverbrecherdrama „Der Hauptmann“ von Robert Schwentke und das Bauarbeiter-Epos „Western“ von Valeska Grisebach.

ARD zeigt Gala ab 22 Uhr

Zwei Preisträgern war die Lola, die als deutsches Pendant zum Oscar gilt, schon sicher. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm („Nordsee ist Mordsee“) war Lola-Ehrenpreisträger und wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.

Die undotierte Lola für den „besucherstärksten deutschen Film des Jahres“ ging an Autor und Regisseur Bora Dagtekin für die Komödie „Fack ju Göhte 3“ mit mehr als 6 Millionen Besuchern.

Das Erste strahlt die von Schauspieler Edin Hasanovic („Brüder“, „Nur Gott kann mich richten“) und Iris Berben als Präsidentin der Deutschen Filmakademie moderierte Gala aus dem Berliner Palais am Funkturm ab 22Uhr aus. (dpa)