Kinofilm

Lina Beckmann gibt ihr Kinodebüt in einer Doppelrolle

Ab dem 8. März ist die Schauspielerin Lina Beckmann mit „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ im Kino zu sehen.

Ab dem 8. März ist die Schauspielerin Lina Beckmann mit „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ im Kino zu sehen.

Foto: Michael Rauhe

Lina Beckmann spielt in „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ die Hauptrolle – eine Doppelrolle. Es ist ihr erster Kinofilm.

Berlin.  Am schwierigsten war es für Lina Beckmann (36), sich selbst in dem Film zu küssen: Zuerst hat sie sich vor die Kamera gestellt, ihren Mund geöffnet und eine Frau geküsst, ihre „Anspielpartnerin“ – so heißen beim Dreh Personen, die später nicht zu sehen sind. Danach übernahm sie die Position dieser Frau und wiederholte den Kuss andersherum. „Wie ich die Zunge dabei bewege“, sagt Lina Beckmann im Gespräch, „das war eine einstudierte Choreografie.“

Die mehrfach ausgezeichnete Theaterschauspielerin gibt also in einer Doppelrolle ihr großes Filmdebüt. Schon der Titel lässt die Themen Selbstfindung und Midlife-Crisis anklingen, er lautet: „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ (Start 8. März).

Luisas doppeltes Doppelleben mit Doppelgängerin

Es geht um Luisa, die trotz ihres Berufs als Paartherapeutin ihre eigene Beziehungswelt kompliziert gestaltet: Sie trifft nach der Arbeit ihren Liebhaber Leopold (Benno Fürmann) und am Abend ihren Ehemann Richard (Charly Hübner). Eines Morgens steht sie Ann gegenüber – einer Frau, die genau ist wie sie. Das ist die Chance, das Doppelleben buchstäblich doppelt zu leben – mit einer Doppelgängerin.

Lina Beckmann musste sich nicht anstrengen, um mit Charly Hübner eine Vertrautheit zu entwickeln. Die beiden sind seit mehreren Jahren verheiratet. Aber er hat deutlich mehr Erfahrung vor der Kamera. „Manchmal merkt man das noch, ich spiele gern groß und laut“, sagt sie, als wollte sie die Menschen in der letzten Reihe im Rang noch erreichen.

Beckmann ist familiärer Zusammenhalt wichtig

Doch genau dieses Laute passt so gut zu der Doppelrolle. Privat ist Lina Beckmann eher Stabilität gewöhnt. Sie ist das dritte von fünf Kindern, ihre Geschwister sind ihr wichtig. „Unser Zusammenhalt ist wie eine tolle Mauer, die einen trägt, wenn es mal schwierig wird.“ Der Tod des Vaters sei so ein Moment gewesen. „Da haben wir einander sehr gebraucht.“ Er habe die Geschwister den „Inner Circle“ genannt.

Trotz dieses familiären Zusammenhalts fühlte sich Lina Beckmann nicht immer wohl. „In der Schule wusste ich nie, wo ich hingehöre.“ Das änderte sich erst während der Ausbildung zur Schauspielerin an der Folkwang-Hochschule in Essen. „Da war ich zum ersten Mal an einem Ort genau richtig.“ Die Lehrer gaben ihr großen Mut für spätere Rollen. Über Zürich und Köln kam sie ans Schauspielhaus Hamburg, wo sie zum Ensemble gehört.

Beckmann nimmt die Bühne ganz ein

Wer sie dort in ihren Rollen sieht, der ahnt, was sie mit „groß und laut“ spielen meint. Sie nimmt die Bühne ganz ein, mit Blick, Gesten und der kräftigen Stimme. All das zeigt sie nun im Kino. Schließlich gerät das Psycho-Spiel, das die Paartherapeutin Luisa spielt, völlig außer Kontrolle.

Drehbuchautorin und Regisseurin Lola Randl hatte an Lina Beckmann gedacht, als sie an „Ausgebrannt und leer“ schrieb. Und sie ist in der Tat selten, diese ungelenke, aber authentisch wirkende Körperlichkeit, mit der Beckmann Luisas Unsicherheit ausdrückt.

Es ist, als liefe sie auf Eierschalen durchs Leben. Das hatte man zuvor nur einmal gesehen: bei der Amerikanerin Greta Gerwig. Deren großer Kinofilm „Francis Ha“ ist Lina Beckmanns Inspiration. Als sie sich den Film „allein mit einem Bier in der Hand“ im Kino anschaute, habe sie gedacht: „Wer ist das da vorn auf der Leinwand?“