Mutterglück

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ist schwanger

Neuseelands Regierungschefin Ardern erwartet ihr erstes Kind

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern erwartet ihr erstes Kind. Das Baby wird voraussichtlich im Juni zur Welt kommen. Nach der Geburt will sie sechs Wochen zu Hause bleiben. In dieser Zeit ...

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Politik und Schwangerschaft – das erscheint schwer vereinbar. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern traut es sich trotzdem.

Wellington.  Jacinda Ardern erwartet Nachwuchs: Neuseelands Premierministerin ist im vierten Monat schwanger. Das erste Kind der 37-Jährigen und ihres Lebensgefährten Clarke Gayford soll im Juni zur Welt kommen. „Wir sind beide richtig glücklich“, gab die sozialdemokratische Politikerin am Freitag bekannt. Ardern will nach der Geburt sechs Wochen Babypause machen, dann aber zurück ins Büro.

Jacinda Ardern ist die jüngste Regierungschefin der internationalen Politik. Auf die Frage nach Nachwuchs hatte die Premierministerin schon antworten müssen, als sie noch nicht einmal gewählt war. Kaum war sie im vergangenen Sommer Vorsitzende der Labour-Partei geworden, wollten Reporter wissen: „Planen Sie, Kinder zu haben?“ Ardern mokierte sich damals darüber, dass Frauen im Beruf heute noch solche Fragen gestellt bekämen – das sei „völlig unannehmbar“.

„Ich werde Premierministerin UND Mama sein“

Am Freitag gab es dann aber doch eine Antwort. Ardern postete im Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto, das zwei große und einen kleinen Angelhaken zeigt: Ihr Lebensgefährte, ein Journalist, moderiert in Neuseeland eine populäre Sendung über Fischen und Angeln.

Dazu schrieb Jacinda Ardern: „Wir schließen uns in diesem Jahr den vielen Eltern an, die zwei Dinge unter einen Hut bringen. Ich werde Premierministerin UND Mama sein. Clarke wird der „First Man“ des Fischens und Vollzeit-Vater.“

Später gingen die beiden künftigen Eltern auch gemeinsam vor die Kameras. Ardern sagte: „Ich werde nicht die erste Frau sein, die „Multitasking“ machen muss.“ Ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, wissen die beiden schon - wollen es aber noch für sich behalten.

Sechs Monate Babypause – Stellvertreter übernimmt

Während der Babypause soll der stellvertretende Premierminister Winston Peters die Regierungsgeschäfte führen. Er ist der Vorsitzende von Arderns populistischem Koalitionspartner New Zealand First (NZF).

Die 37-Jährige ist erst seit Ende Oktober 2017 im Amt. Zuvor war es ihr gelungen, die in allen Umfragen weit abgeschlagene Labour-Partei aus der Opposition zurück an die Regierung zu bringen.

Selten eine schwangere Regierungschefin

Ardern deutete an, dass sie mit ihrem Partner schon seit längerer Zeit auf Nachwuchs hoffte. Ihnen sei aber gesagt worden, dass sie „Hilfe“ bräuchten. Deshalb sei die Schwangerschaft eine „große Überraschung“. Sie erfuhr davon Mitte Oktober, nur wenige Tage vor der Vereidigung. Bis jetzt behielten die beiden alles aber für sich. „Wir wollten eine Familie. Aber wir waren nicht sicher, ob das für uns klappt. Deshalb sind die Nachrichten unerwartet und großartig.“

In der internationalen Politik gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Ministerinnen, die im Amt ein Kind bekamen – wie zum Beispiel die früheren Bundesfamilienministerinnen Kristina Schröder (CDU) und Manuela Schwesig (SPD). Allerdings gab es schon längere Zeit keine schwangere Regierungschefin mehr. Die allererste ist Ardern jedoch nicht: 1990 wurde Pakistans damalige Premierministerin Benazir Bhutto Mutter – schon zum zweiten Mal. (dpa)