„Star Wars“-Star

Carrie Fisher – Affären, Drogen und ein Leben für Hollywood

Schauspielerin Carrie Fisher bei einer „Star Wars“-Premiere im Dezember 2015 in Hollywood. Nun ist sie nach einer Herzattacke gestorben.

Schauspielerin Carrie Fisher bei einer „Star Wars“-Premiere im Dezember 2015 in Hollywood. Nun ist sie nach einer Herzattacke gestorben.

Foto: MARIO ANZUONI / REUTERS

Carrie Fisher spielte in über 40 Filmen mit, kämpfte aber auch gegen ihre Sucht. Nun ist "Prinzessin Leia" gestorben.

Los Angeles.  Als heroische Prinzessin Leia in der „Star Wars“-Serie wurde Carrie Fisher berühmt. Damals war die US-Schauspielerin, Tochter der Hollywood-Promis Debbie Reynolds und Eddie Fisher, gerade 20. Im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere drehte sie mit Größen wie Laurence Olivier, John und James Belushi, Woody Allen, Warren Beatty, Julie Andrews und Joanne Woodward. Auch am Broadway und auf anderen Bühnen war sie zu Hause. Jetzt starb Fisher im Alter von 60 Jahren.

Noch 2016 hatte sich Fisher zusammen mit Reynolds (84) für die HBO-Dokumentation „Bright Lights: Starring Carrie Fisher und Debbie Reynolds“ filmen und interviewen lassen. Mutter und Tochter wohnten zuletzt nebeneinander und sahen sich fast täglich – sie verheimlichten aber auch ihr oft angespanntes Verhältnis nicht. Fishers Vater, der Sänger Eddie Fisher (1928-2010), hatte die Familie bald nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verlassen und Elizabeth Taylor geheiratet.

Mit 15 beendete Fisher die Schule

Carrie Fisher war 15, als sie die Schule aufgab und mit der Mutter in dem Broadway-Revival „Irene“ auftrat. Ihr Filmdebüt folgte zwei Jahre später neben Warren Beatty, Julie Christie und Goldie Hawn in „Shampoo“. Dass sie während der Dreharbeiten von George Lucas „Star Wars“-Trilogie eine Affäre mit dem verheirateten Harrison Ford hatte, verriet Fisher erst kürzlich in ihrer Autobiografie „The Princess Diarist“ (2016).

Sie war ein knappes Jahr (1983-1984) mit dem Sänger Paul Simon verheiratet und hatte eine Tochter, Billie Catherine Lourd, mit dem Künstleragenten Bryan Lourd.

Carrie Fisher ist tot
Carrie Fisher ist tot

Fisher war auch als Autorin aktiv

Fisher spielte in mehr als 40 Filmen mit, so in „Blues Brothers“, „Harry und Sally“ und „Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper“. Außerdem war sie im Fernsehen beliebt, schrieb Romane und arbeitete an Drehbüchern mit. Ihre Autobiografie „Wishful Drinking“ wurde als Dokumentation verfilmt und von Fisher in Ein-Personen-Shows auf Bühnen in Los Angeles, New York und Boston aufgeführt. Ihr erster Roman, „Grüße aus Hollywood“, wurde 1990 mit Meryl Streep, Shirley McLaine und Dennis Quaid in den Hauptrollen verfilmt.

In Interviews mit den Sendern ABC und BBC schilderte Fisher, wie schwer der Druck der Unterhaltungsindustrie auf ihr lastete. Sie habe in Alkohol, Kokain und Medikamenten Zuflucht gesucht, erzählte sie. Auch in einigen von Fishers Romanen geht es um Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Die Welt liebte Carrie Fisher

Ende Dezember erlitt Fisher auf dem Flug von London kurz vor Los Angeles einen schweren Herzinfarkt. Nach Angaben der Fluggesellschaft United Airlines schlugen die Flugbegleiter Alarm, weil eine Passagierin in der Luft das Bewusstsein verloren hatte und auf Maßnahmen an Bord „nicht reagierte“.

Nach der Landung konnten Rettungshelfer mit der nötigen Ausrüstung sie wieder zurückholen, berichtete unter anderen die „Los Angeles Times“. Nun starb sie wenige Tage später, wie mehrere Medien unter Berufung auf die Familie berichteten. Ein Sprecher teilte im Namen von Fishers Tochter Billie Lourd mit: „Die Welt hat sie geliebt.“

(dpa)