ZDF-Show

In „Ein Herz für Kinder“ setzt Moderator Kerner auf Gefühle

Foto: Marcus Höhn / ZDF

In „Ein Herz für Kinder“ sammelt Johannes B. Kerner Geld für Familien in Not. Im Interview erzählt er, für was er schon gespendet hat.

Zum vierten Mal sammelt Johannes B. Kerner bei „Ein Herz für Kinder“ (ZDF, 20.15 Uhr) gemeinsam mit zahlreichen anderen deutschen Stars Geld für Familien in Not. Im Interview mit Theresa Martus spricht er über die Motivation, Gutes zu tun, und erklärt, warum dafür besonders auf Emotionen gesetzt werden muss.

Herr Kerner, spenden Sie eigentlich selber regelmäßig?

Johannes B. Kerner: Ich engagiere mich auf vielfältige Art und Weise und ja, manchmal auch mit Geldspenden. Ich habe auch früher schon für „Ein Herz für Kinder“ gespendet. Wenn wir das als Familie geguckt haben, haben die Kinder manchmal gefragt, ob wir nicht auch spenden wollen. Und dann haben wir das während der Sendung gemacht.

Warum ist der Impuls zu spenden vor Weihachten so viel stärker?

Kerner: Das hat mit unserer christlichen Tradition zu tun. Dass da ein Licht leuchtet und wir, egal wie es uns geht, nicht alleine sind auf der Welt. Man denkt über dieses und jenes nach und stellt fest, bei all den Ärgernissen und Schwierigkeiten und Unzufriedenheiten, die man so hat, dass es doch Leute gibt, denen es deutlich schlechter geht und die deutlich weniger haben. Und wenn man zumindest in einem Monat im Jahr an die denkt, dann ist das ja nichts Schlechtes.

„Ein Herz für Kinder“ erzählt die Geschichten der Menschen, für die gespendet werden soll, sehr emotional und versucht so, die Leute zum Geben zu animieren. Nutzt sich dieser Effekt über die Jahre ab?

Kerner: Ich glaube nicht. Ich habe da einen Lernprozess hinter mir: Ich habe immer diese Reiserei von Promis in irgendwelche Krisengebiete abgelehnt. Ich hab’ immer gedacht, muss das wirklich sein? Ist den Leuten dort wirklich geholfen damit? Und dann hat man mir erklärt und auch bewiesen, dass die Bereitschaft zu spenden wirklich noch größer ist, wenn solche Geschichten personalisiert werden.

In diesem Jahr war ich zum ersten Mal in Afrika, im Niger, dem ärmsten Land der Welt. Und es ist schon so: Wenn man da steht und das mit eigenen Augen sieht, macht einen das schon auf andere Art fassungslos. Wenn man sieht, wie wenig notwendig ist, um das Leben anderer zumindest einen Tick zu verändern … 30 Euro kostet im Niger die Monatsration für eine sechsköpfige Familie zum Essen.

Die Menschen kriegen die Nahrungsmittel von einer Hilfsorganisation, nehmen sie mit in ihr Zelt, aber essen das natürlich nicht alleine sondern teilen wiederum mit zwei, drei anderen Familien. Das zu sehen ist anders als nur darüber zu reden. Es stimmt, wir setzen auf Gefühl. Ganz ohne geht es nicht.

Gibt es eine Geschichte, die Sie immer noch berührt?

Kerner: Wir sind immer noch in Kontakt mit dem Arzt eines kleinen Jungen, den ich im ersten Jahr, als ich moderiert habe, kennengelernt habe. Philipp war sehr schwer an Krebs erkrankt. Der Arzt war mit im Studio und wir haben uns kennengelernt. Wir hatten das dann über einige Sendungen hinweg als Ritual, dass wir am Tag der Sendung zusammen morgens im Tiergarten joggen gegangen sind. Und dann hat er mir beim Joggen erzählt, wie gut es Philipp mittlerweile wieder geht. Ich bin durchaus für kleine Traditionen zu haben.

Gibt es denn Anliegen, die ihnen besonders wichtig sind – Gesundheit zum Beispiel oder Bildung?

Kerner: Na ja, das hängt am Ende alles miteinander zusammen. Mangelernährung, Kinderarbeit und fehlende Bildung, das ist ein Kreislauf. Den zu durchbrechen ist die Aufgabe. Das Erste ist immer die Ernährung: Ein unterernährtes, mangelernährtes oder krankes Kind können Sie nicht in die Schule schicken.