Ein ehemaliges Kommune-Mitglied schreibt an Dr. Falckenberg

EIN EHEMALIGES KOMMUNE-MITGLIED SCHREIBT AN DR. FALCKENBERG

Grundlage der Harburger Schau ist eine Ausstellung, die das MAK Wien unter dem Titel "Otto Mühl. Leben/ Kunst/ Werk. Aktion - Utopie - Malerei 1960-2004" gezeigt hatte. Hans Schroeder-Rozelle, früheres Kommune-Mitglied, schreibt an den Hamburger Ausstellungs-Initiator Dr. Harald Falckenberg am 11. 6. 2004:

"Es ist völlig unverständlich, daß diese Ausstellung nunmehr komplett in Hamburg gezeigt werden soll . . . Mühl hat Kinder ab dem Alter von sechs Jahren sexuell mißbraucht. Dies kam im Prozeß gegen Mühl . . . noch nicht zur Sprache . . . Auch die männlichen Jugendlichen der Sekte schilderten uns schwere körperliche, sexuelle und seelische Übergriffe von Mühl und seiner Führungsgruppe. Wollen Sie wirklich eine Ausstellung zeigen, die schon im Titel die Verbrechen von Mühl als Utopie verherrlichen will? . . . Kritischen früheren Mitgliedern der Mühl-Sekte wie uns wurde jegliche Beteiligung an der Ausstellung verwehrt. Merkwürdig erscheint uns der geplante Zeitpunkt der Ausstellung in Hamburg, der mit dem 80. Geburtstag von Mühl im Juni 2005 zusammenfällt. Es wäre beschämend für die Kulturstadt Hamburg, wenn dort zum 80. Geburtstag von Mühl das "Lebenskunstwerk" eines Kinderschänders und Sektengurus als Utopie ausgestellt wird . . . Herr Dr. Falckenberg, wie können Sie es als Jurist, Richter am Verfassungsgericht, Vorsitzender des Kunstvereins Hamburg, Geschäftsführer der Elaflex GmbH und angesehener Kunstsammler verantworten, eine solche Ausstellung zu zeigen? . . . Sie sollten auch wissen, daß Mühl seit seiner Haftentlassung in einer Gruppe mit einigen Erwachsenen und etwa zehn Kindern und Jugendlichen in Faro (Portugal) lebt. In einem Gespräch im Herbst letzten Jahres erwähnte Frau Mühl . . . , daß sie auch heute "generationsübergreifenden Zärtlichkeitsaustausch" praktizieren . . . "

Am 28.10.2004 schreibt Hans Schroeder-Rozelle an Harald Falckenberg:

"Vielen Dank für Ihr Telefonat von Montag, den 25. 10. 2004, in dem Sie mir mitteilen, daß Sie die Ausstellung des MAK Wien . . . im nächsten Jahr nicht als Komplettübernahme . . . in Hamburg zeigen werden . . . Sie wollen eine "Mühl-Retrospektive" (neuer Arbeitstitel) zeigen, die den Bereich der Kommune ausdrücklich nicht beinhaltet . . . Es gibt eine Grenze, an der Kunst aufhört, nämlich wenn Menschenrechte . . . auf schwerwiegende Art und Weise verletzt werden."