Pandemie

Corona-Test online: Gilt der Selbsttest als Nachweis?

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Rabea Erradi
Corona: Testpflicht entfällt für Geboosterte

Corona: Testpflicht entfällt für Geboosterte

Die kürzlich eingeführte 2G-Plus-Regel soll es schon bald nicht mehr geben. Jedenfalls nicht mehr für Menschen mit einer Booster-Impfung.

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Vielerorts ist es schwierig, einen Coronatest zu bekommen. Anbieter werben mit Selbsttests, die vor der Kamera durchgeführt werden.

Berlin. Während Corona-Testzentren in einigen deutschen Großstädten noch immer das Straßenbild prägen, ist es in anderen Regionen schwierig geworden, sich testen zu lassen. Die verschiedenen Coronaregeln sehen allerdings für viele Einrichtungen einen Test als Zugangsvoraussetzung vor - teils auch bei Geimpften. Aus diesem Grund bieten einige Anbieter nun Schnelltests für zuhause an, die unter Videoaufsicht durchgeführt als offizieller Nachweis gelten sollen.

Die Anbieter füllen mit dem Prozedere eine Lücke: Schließlich reicht es als Nachweis nicht aus, nur die Testkassette mit dem negativen Ergebnis zu präsentieren. Sie lässt sich weder einer Person noch einem Zeitpunkt zuordnen. Durch die Videoüberwachung sehen sich die Anbieter dazu in der Lage, eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. Wie der Coronatest vor der Kamera funktioniert - und warum es dabei einen Haken gibt.

Online-Coronatest: Was ist das?

Online-Schnelltests werden in den eigenen vier Wänden vor laufender Kamera des Smartphones oder Computers per Videosprechstunde durchgeführt. Sie funktionieren wie herkömmliche Corona-Selbsttests - mit dem entscheidenden Unterschied, dass geschultes Personal dabei zuschaut. Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter, die den Service anbieten.

Wie funktioniert der Coronatest online?

Wer schon einmal einen Corona-Schnelltest durchgeführt hat, kennt das Prinzip: Mit einem Stäbchen entnimmt man durch die Nase eine Probe der Schleimhaut. Anschließend wird das Stäbchen mit einer Flüssigkeit in Verbindung gebracht, die auf eine Testkassette getropft wird. Nach wenigen Minuten ist das Ergebnis zu sehen: Ein Strich bedeutet in der Regel negativ. Bei einem positiven Testergebnis tauchen zwei Striche auf. Diese Durchführung geschieht beim Online-Schnelltest vor laufender Kamera in einer Videosprechstunde. Der Anbieter schickt dann das Zertifikat mit dem auf der Kassette angezeigten Ergebnis per Mail.

Gilt der Nachweis des Online-Selbsttests überall?

Die Anbieter der Online-Selbsttests bejahen diese Frage. Sie versprechen die Ausstellung eines Zertifikats über das Testergebnis für Gastronomie, Reisen, Freizeit und Co. "Das Zertifikat entspricht den europäischen Vorgaben und ist gleichwertig mit einem Zertifikat aus dem Testzentrum", schreibt der Anbieter covidtestonline auf seiner Webseite neben der entsprechenden rechtlichen Stellungnahme einer Kanzlei. Die Voraussetzungen gemäß § 2 Nr. 2 der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) seien erfüllt.

Anders sieht es allerdings das Bundesgesundheitsministerium. Auf der Webseite heißt es dazu: "Testnachweise im Sinne der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung, die in Deutschland im Rahmen von impf-genesen- oder testnachweisbezogenen Schutzkonzepten (sogenannte 3G-Konzepte) verwendet werden sollen, dürfen nicht auf einer bloßen videoüberwachten Selbsttestung beruhen."

Die SchAusnahmV erwähnt die Videotestung nicht wortwörtlich. Auch in der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist keine eindeutige Formulierung zur videoüberwachten Selbsttestung zu finden.

Was kostet der Coronatest vor der Kamera?

Bei den meisten Anbietern muss zunächst der Schnelltest selbst im Handel erworben werden. Die Durchführung per Kamera kostet dann meist um die 15 Euro.