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Schüler in China müssen „Xi Jinpings Gedankengut" lernen

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Wegen des Vorwurfs der Spionage hat ein chinesisches Gericht den kanadischen Geschäftsmann Michael Spavor zu elf Jahren Haft verurteilt. Kanadas Regierung sieht darin eine Vergeltungsmaßnahme für die Verhaftung einer chinesischen Huawei-Spitzenmanagerin.

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In China steht für die Schüler ein neues Fach auf dem Stundenplan. Sie sollen mehr über die Lehren des Präsidenten Xi Jinping lernen.

Berlin. In China wird der Personenkult um Staats- und Parteichef Xi Jinping auch in Schulen weiter vorangetrieben. Für die knapp 300 Millionen Schüler steht im neuen Schuljahr ein weiteres Fach auf dem Stundenplan: „Xi Jinpings Gedankengut über den Sozialismus chinesischer Prägung für eine neue Ära“.

In dem Fach soll die Ideologie von Staats- und Parteichef Xi Jinping von einem starken China und der Führung der allmächtigen Kommunistischen Partei vermittelt werden. Es soll jungen Menschen helfen, „den Glauben in den Marxismus aufzubauen und das Vertrauen in den Weg, die Theorie, das System und die Kultur des Sozialismus chinesischer Prägung zu stärken“, so das chinesische Bildungsministerium.

China: Zunehmende Ideologisierung und Personenkult

Grundschulen sollen sich darauf konzentrieren, „die Liebe zum Vaterland, zur Kommunistischen Partei und zum Sozialismus zu kultivieren“, berichtete die „Global Times“, die vom Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegeben wird.

In den Mittelschulen soll jungen Menschen mit dem Wissen geholfen werden, grundlegende politische Meinungen zu formulieren, während in den Hochschulen mehr die Theorie im Mittelpunkt stehe, hieß es. Die neuen Lehrinhalte sind Teil der zunehmenden Ideologisierung und des Personenkults um Xi Jinping.

Neues Schulfach als "Gehirnwäsche" kritisiert

Kritiker sprachen von „Gehirnwäsche“ und dem Versuch, die nachwachsende Generation zu beeinflussen und Unterstützung für die Partei und Xi Jinping sicherzustellen. Es geht um Themen wie „Es gäbe kein neues China ohne die Kommunistische Partei“ oder „Der Schutz der nationalen Sicherheit ist jedes Bürgers Pflicht“ oder „Wir folgen der Kommunistischen Partei mit ganzem Herzen“. Auch wird die Sorge von „Großvater Xi“ um das chinesische Volk immer wieder betont.

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Der Personernkult um Chinas Präsidenten wird seit Jahren immer weiter vorangetrieben. Seit 2012 steht Xi Jinping an der Spitze Chinas. Sein Vater, Xi Zhongxun, gehörte zur Führungselite unter dem damaligen Parteivorsitzenden Mao Zedong.

Im Juli 2021 wurde in Peking der 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei mit Militärkapellen, Chorgesängen und einer Flugshow gefeiert. Während der Feierlichkeiten wendete sich Präsident Xi mit brachialen Worten an die USA.

Videospielverbot in China sorgt für Diskussionen

In den vergangenen Tagen hatte China mit einer weiteren neuen Regelung für Schlagzeilen gesorgt. Kinder und Jugendliche dürfen in Zukunft nur noch drei Stunden pro Woche Videospiele spielen - und zwar freitags, samstags und sonntags jeweils von 20.00 bis 21.00 Uhr. Bisher war es Minderjährigen lediglich verboten, zwischen 22.00 Uhr und 8.00 Uhr an Video-Spielen im Internet teilzunehmen.

Ziel der neuen Regelungen ist es, die Abhängigkeit von den Spielen zu bekämpfen. Lehrer und Ärzte in der Volksrepublik beklagen sich schon lange über nachlassende Sehfähigkeit der Kinder, schlechtere Noten und mangelnde körperliche Betätigung. Anfang August hieß es in einer einflussreichen Regierungszeitung, die Videospiele seien zu einem „geistigen Opium“ geworden.

(msb/dpa/afp)