Urlaub

Nordsee und Ostsee: Ansturm auf die deutschen Küsten

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7 Fakten über die Nordsee

7 Fakten über die Nordsee

Viele Deutsche machen oft in ihrem eigenen Land Urlaub: Vor allem die Nordsee verspricht Vielen Erholung. Im Video erfahren Sie sieben Fakten über die Nordsee.

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Urlaub in Deutschland hat während der Pandemie Konjunktur. Wer spontan an die Küsten reisen will, könnte aber vor einem Problem stehen.

Berlin. Urlaub im Ausland ist auch im Jahr 2021 mit vielen Ungewissheiten verbunden. Zum Beispiel, ob das Urlaubsziel nicht doch noch kurz vor dem Urlaub als Hochrisiko oder gar als Virusvariantengebiet eingestuft. Deshalb gibt es derzeit einen wahren Ansturm auf die Hotels und Pensionen an den Küsten der Nord- und Ostsee.

Vom Run auf die letzten verbleibenden Betten ist auch die Nordseeinsel Sylt nicht ausgenommen. "Die Nachfrage ist anhaltend sehr hoch, das heißt, es sind nur noch vereinzelt Unterkunftsmöglichkeiten zu finden", sagt Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH, dieser Redakton. "Die Monate September und Oktober stellen sich ähnlich wie im Vorjahr als sehr beliebte Reisezeiträume heraus."

Urlaub: Saison kann an Nordsee und Ostsee bis November dauern

Noch länger dauert die Saison vermutlich in Büsum an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Da weiß Olaf Raffel, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Service Büsum GmbH, jetzt schon: "Oktober und November werden hervorragende Monate. Da geht es richtig rund." Aber auch in den kommenden drei Wochen liege die Auslastung in Büsum bei 99 Prozent.

Der Besucheransturm auf Büsum nutze auch dem Einzelhandel, erklärt Raffel. "Vor allem der Lebensmittelbereich hat ein enormes Umsatzplus machen können." Der Grund dafür sei, dass sich viele Urlauberinnen und Urlauber in ihren Urlaub selbst bekochen würden.

Ähnlich wie auf Sylt und in Büsum sieht die Lage in vielen Ferienorten an den deutschen Küsten aus. Auch in Grömitz, an der Schlei oder an der Flensburger Börde sind nur noch wenige Unterkünfte frei. Moritz Luft, der Sylter Tourismuschef erklärt das so: "Wir profitieren an der deutschen Küste erneut von einer durch Pandemie-Entwicklungen und -Regelungen empfundenen Unsicherheit bei Urlaubsreisen ins Ausland."

Sylt: Bettenzahl soll nicht erhöht werden

Trotz der hohen Auslastung will Sylt die Anzahl an vorhandenen Betten nicht erhöhen. Sonst komme die Insel verkehrstechnisch an ihre Grenzen, erklärt Luft. Ganz anders sieht das Jochen Geminhardt, der Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH (FTG): "Ein zusätzliches Hotel wäre wünschenswert, um auch für Kurzaufenthalte ein größeres Angebot zu bieten."

Die Ostseeinsel Fehmarn setzt ebenfalls stärker auf Hotelbetten. „Fehmarn steht im engen Kontakt mit Investoren zum Bau von Hotels am Südstrand von Burgtiefe. Diese Betten werden auch benötigt, um die Vor- und Nachsaison zu stärken. Ziel ist ein Ganzjahrestourismus auf Fehmarn“, so Lina Rotte vom Tourismus-Service Fehmarn.

Auf der Ostseeinsel Rügen gibt es ebenfalls kaum Betten. Letztes Jahr sei es allerdings deutlich voller gewesen, sagt ein Sprecher der Stadt dieser Redakton. "Dieses Jahr sind wir auch gut besucht - aber es gibt noch freie Kapazitäten. Wir haben festgestellt, dass letztes Jahr wirklich alles belegt war. Dieses Jahr ist es nicht ganz so voll. Aber wir erwarten trotzdem eine lange und gut besuchte Saison."

Lübecker Bucht: Im September schon zu 75 Prozent ausgebucht

Freie Kapazitäten gibt es an der Lübecker Bucht in diesem Sommer nicht. Doris Wilhelm-Huperz von der Lübecker Bucht Tourismus meldet für den Bereich von Scharbeutz bis Rettin einen super Sommer. "Bis Ende August sind wir mit unseren Vermittlungsobjekten ausgebucht, da kann man nur mit Chance eine Stornierungslücke erwischen." Und auch alle, die die Badestrände an der Lübecker Bucht im September genießen wollen, sollten sich besser ranhalten. Die seien nämlich schon zu 75 Prozent ausgebucht.

Wer noch im Spätsommer verreisen will, muss sich mit der Buchung also beeilen. Alternativ bleibt noch der Urlaub mit dem eigenen Wohnmobil - aber auch diese Branche verzeichnet einen Boom, viele Plätze sind bereits komplett ausgebucht. (fmg)

Zuerst berichtete das "Hamburger Abendblatt"