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Obama als "Superspreader"? Geburtstagsparty mit 700 Gästen

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Dirk Hautkapp
Das ist Barack Obama

Das ist Barack Obama

Barack Obama hat viele Rollen: Präsident, Ehemann, Vater, Nobelpreisträger. Diese 12 Fakten müssen Sie kennen!

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Ex-Präsident Barack Obama plant diese Woche eine Party zu seinem 60. Geburtstag mit illustrer Gästeliste. Doch es gibt Kritik daran.

Washington. Für Obama-Verächter, und die gibt es immer noch reichlich in Amerika, ist es ein gefundenes Fressen. Am Mittwoch wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten 60 Jahre alt. Am Wochenende schmeißt er in seinem luxuriösen Ferien-Domizil auf der Atlantik-Insel Martha`s Vineyard vor der Küste Bostons eine Freiluft-Party für rund 500 handverlesene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Show-Geschäft.

200 Service-Kräfte werden aufgeboten auf dem 16 Fußballfelder großen Anwesen, das die Obamas 2019 samt Bootshaus, Pool und Privatstrand für rund zwölf Millionen Dollar erstanden haben. Stars wie George Clooney, Oprah Winfrey und Hollywood-Regisseur Steven Spielberg, der hier 1974 "Der Weiße Hai" drehte, sind eingeladen. Die Rockmusiker von "Pearl Jam" werden Hits wie "Alive" zum Besten geben, berichten Eingeweihte.

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Barack Obama feiert 60. Geburtstag: Kritik wegen Corona

Taxifahrer, Friseure, Lieferanten und Bodyguards auf dem mondänen Eiland freuen sich auf Extra-Umsätze. Für das amerikanische Sylt eigentlich eine Win-Win-Situation. Wäre da nicht Corona. Und die vierte Welle, ausgelöst durch die aggressive Delta-Variante.

Seit Obamas Feierpläne durch das Nachrichten-Portal Axios in die Welt geraten sind, hat sich in sozialen Medien ein Stellungskrieg entwickelt. Das eine Lager hält es für unverantwortlich und zynisch, dass ausgerechnet ein Ex-Präsident Hunderte von Leuten zusammentrommelt, während die amtierende Regierung vor Menschenansammlungen warnt und Maskentragen empfiehlt. Nach dieser Lesart ist programmiert, dass die Obama-Sause ein "Superspreader"-Ereignis wird, bei dem sich viele anstecken werden.

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Sprecher: Alle Gäste sind schon geimpft

Ist die Gefahr gegeben? Erst am Sonntag hatte der Chef des Nationalen Gesundheits-Instituts, Francis Collins, Zweifel daran geäußert, dass man bei größeren Parties den (Impf)-Status eines jeden einzelnen vorher lückenlos kontrollieren könne. Und selbst wenn: Seit im 120 Kilometer nördlich von Martha`s Vineyard liegenden Provincetown kürzlich Hunderte doppelt Geimpfte trotzdem mit der Delta-Version von Corona infiziert wurden, gilt eine Impfung nicht mehr automatisch als Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Obama-Fans halten dagegen: Der Gastgeber wisse genau, wie sensibel das Thema ist und dass sein "Vorbild-Charakter" gefragt sei. Seine Sprecher haben bereits erklärt, dass alle Gäste geimpft sein sollten (von einer Verpflichtung ist aber keine Rede) und vor Ort getestet würden. Ein offizieller "Koordinator" soll am Feier-Abend die Einhaltung der regionalen Corona-Bestimmungen überwachen. Dazu müsste auch das von Massachusetts-Gouverneur Charlie Baker dringend empfohlene Maskentragen gehören; auch für Geimpfte.

Obamas langjähriger Vize und Wegbegleiter Joe Biden verzichtet allerdings auf den Trip gen Norden. Man werde später zusammenkommen, um Obama in den „Klub der Über-60-Jährigen” aufzunehmen, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Unaufschiebbare Verpflichtungen, die Bidens Fernbleiben erklären könnten, sind bisher nicht bekannt. Der amtierende Präsident verbringt laut Wochenplan Samstag und Sonntag in seinem Ferienhaus in Rehoboth Beach im Bundesstaat Delaware. Aus Angst vor einem PR-Desaster, falls es bei Obamas Party doch infektiös werden sollte?

Obama widmet sich seiner Firma "Higher Ground Productions”

Obama, von 2009 bis 2017 im Amt gewesen, präsentiert sich im Ruhestand aktiver denn je. Seit die Töchter Sasha und Malia aus dem Haus sind, widmet sich der erste afro-amerikanische US-Präsident mit seiner Frau Michelle Obama der gemeinsamen Firma "Higher Ground Productions". Von dort aus werden, eingebettet in einen millionenschweren Deal mit dem Streaming-Riesen Netflix, diverse Filme und Serien kreiert. Für Spotify intensiviert Obama erfolgreiche Podcast-Produktionen.

Darunter auch die sehr fruchtbare Kollaboration mit Rock-Legende Bruce Springsteen, die millionenfach heruntergeladen wurde und in der kenntnisreich und pointiert Amerikas aktueller Zustand der Zerrissenheit verhandelt wird. Eine verschriftlichte Form soll am 26. Oktober weltweit erscheinen. Titel des Buches: „Abtrünnige. Geboren in den USA”. Von den Tantiemen, sagen Insider aus dem Verlagswesen, könnte Obama bequem jede Woche eine Party wie die anstehende zu seinem 60. bezahlen.