Naturkatastrophe

Nach dem Hochwasser: Wann muss man das Trinkwasser abkochen?

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Einwohner von Eschweiler verzweifelt über Hochwasser-Schäden

Einwohner von Eschweiler verzweifelt über Hochwasser-Schäden

Das Flüsschen Inde hat sich nach heftigen Regenfällen in Eschweiler in der Nähe von Aachen in einen reißenden Strom verwandelt. Nachdem das Wasser zurückgeht, bietet sich ein Bild der Zerstörung.

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Das Tief Bernd hat für massive Überschwemmungen gesorgt - die können auch das Trinkwasser beeinträchtigen. Was man nun beachten muss.

Berlin. Nach heftigen Unwettern und Starkregen herrschen in Teile Westdeutschlands chaotische Verhältnisse. Auch wer nicht unmittelbar bedroht ist, sollte jetzt aufpassen: Denn die Naturkatastrophe kann auch Auswirkungen auf das Trinkwasser haben.

Wie das Umweltbundesamt (UBA) mitteilt, können durch verschiedene Schadstoffe in Grundwasser und Oberflächengewässer gelangen: zum Beispiel Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Das verschlechtere die Wasserqualität.

Hochwasser: Wenn Trinkwasser verunreinigt ist, am besten abkochen

Weitere Schadstoffe können durch die Überflutung von Industrie- und Kläranlagen oder privaten Heizöltanks ins Wasser gelangen, so das UBA. "Dies kann zu erheblichen Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität und damit zu gesundheitlichen Schäden führen", warnt die Behörde.

Grundsätzlich gilt: Wenn das Trinkwasser in einem Ort oder einer Region verunreinigt ist, sprechen die Behörden eine offizielle Warnung aus. In der Regel gibt es dann ein sogenanntes "Abkochgebot". Das heißt: Wasser aus der Leitung muss vor dem Trinken, Kochen oder Waschen von Lebensmitteln einmal sprudelnd aufgekocht werden.

Vorsicht, wenn das Wasser riecht, trüb oder nicht geschmacksneutral ist

Bürgerinnen und Bürger werden durch Merkzettel, im Radio, in Warn-Apps oder durch mediale Kanäle über das Abkochgebot informiert. Gibt es keine offizielle Warnung, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass der Verzehr von Trinkwasser unbedenklich ist.

Natürlich kann man es aber vorsichtshalber trotzdem abkochen. In jedem Fall sollte man das tun, wenn das Wasser riecht, trüb oder nicht geschmacksneutral ist.

In mehreren Städten des Ruhrgebiets haben die Behörden Bürgerinnen und Bürger vor kurzem dazu aufgerufen, ihr Trinkwasser abzukochen. "Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen", teilte die Stadt Mülheim am Donnerstag (16. Juli) mit. Grund: Das Uferfiltrat von Flusswasser sei durch das Hochwasser beeinträchtigt worden. (kat/dpa)