Verhandlung

George Floyds Tod: Prozess gegen Ex-Polizist Chauvin beginnt

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"Black Lives Matter" - eine weltweite Bewegung

"Black Lives Matter" - eine weltweite Bewegung

Auf Anti-Rassismus-Demonstrationen hört man häufig die Parole "Black Lives Matter". Das ist eine Bewegung, die seit 2013 gegen Polizeigewalt demonstriert.

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George Floyds Tod während eines Polizeieinsatzes sorgte weltweit für Proteste. Bald steht der Hauptverdächtige vor Gericht.

Minneapolis/Berlin. Am 25. Mai 2020 starb der unbewaffnete Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA - nun beginnt der Prozess gegen den weißen Hauptangeklagten Derek Chauvin.

Vorgeworfen wird dem früheren Polizisten unter anderem "Mord zweiten Grades", worauf im Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Das Verfahren beginnt am Montag (ab 15 Uhr MEZ) unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Minneapolis.

Zunächst steht vor allem die Auswahl der Geschworenen für den Prozess an. Für diesen Schritt sind drei Wochen veranschlagt. Das Hauptverfahren soll dann am 29. März beginnen. Die Verhandlung soll dem Gericht zufolge dann bis zu vier Wochen dauern. Die Jury wird in dieser Zeit weitgehend von der Öffentlichkeit abgeschottet, die Namen der Geschworenen bleiben geheim.

George Floyd: Prozess gegen Derek Chauvin wird live übertragen

Die Anwesenheit im Verhandlungsraum im 18. Stock des Gebäudes ist wegen Corona zudem stark begrenzt worden. So darf zum Beispiel nur je ein Vertreter der Familien Floyd und Chauvin anwesend sein, wie Richter Peter Cahill verfügte. Es dürfen auch nur zwei Journalisten anwesend sein - der Prozess wird aber live übertragen.

Floyds Schicksal hatte eine Welle von Massendemonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst - obwohl wegen der Pandemie vielerorts strikte Auflagen galten. Die Proteste erschütterten die USA in historischem Ausmaß. In zahlreichen anderen Ländern gab es ebenfalls Demonstrationen gegen Rassismus, die oft mit dem Motto "Black Lives Matter" verbunden waren. Auch in Deutschland kam es zu Protesten. Lesen Sie dazu: "Black Lives Matter": Die Welt steht auf gegen Rassismus

"Ich kann nicht atmen": Brutale Festnahme am 25. Mai 2020

Der 46-jährige Floyd war im Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Die Polizeibeamten hatten ihn wegen des Verdachts festgenommen, mit einem gefälschten Geldschein bezahlt zu haben. Sie legten ihm Handschellen an und fixierten ihn auf der Straße am Boden.

Gut acht Minuten lang drückte Chauvin sein Knie in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. "Ich kann nicht atmen", beklagte er mehrfach. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Passanten filmten den Einsatz, die Videos verbreiteten sich rasend schnell im Internet.

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Viele Menschen hoffen auf eine lange Gefängnisstrafe für Chauvin - auf ein Urteil, das ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt setzt. Dementsprechend sind die Erwartungen an den Prozess groß.

Chauvin werden Mord zweiten Grades und Totschlag zweiten Grades vorgeworfen

Nach dem Vorfall wurde Chauvin entlassen und festgenommen, kam aber später auf Kaution frei. Dem Ex-Polizisten wird Mord zweiten Grades ohne Vorsatz vorgeworfen, was nach deutschem Recht eher dem Totschlag entspräche. Zudem wirft ihm die Anklage auch Totschlag zweiten Grades vor. Das kann in Minnesota zehn Jahren Haft zusätzlich geahndet werden.

Die Staatsanwaltschaft setzte sich zudem am Freitag bei einem Berufungsgericht durch, um Chauvin auch noch Mord dritten Grades vorzuwerfen. Darauf stehen bis zu 25 Jahre Haft. Das Gericht muss dem noch zustimmen. Während des Verfahrens muss Chauvin anwesend sein.

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Das Gerichtsgebäude ist wegen des Prozesses mit Betonsperren und Zäunen abgeriegelt. Die Polizei ist im Großeinsatz, der Gouverneur hat auch den Einsatz der Nationalgarde genehmigt. Die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen sollen nach Medienangaben Kosten in Höhe von Millionen US-Dollar verursachen. Die Sicherheitskräfte wollen friedliche Proteste zulassen, aber auch Ausschreitungen verhindern. In Minneapolis war es nach Floyds Tod zu massiven Ausschreitungen gekommen, zahlreiche Geschäfte und eine Polizeiwache gingen in Flammen auf.

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Den übrigen drei an dem Einsatz gegen Floyd beteiligten Ex-Polizisten wird Beihilfe zur Last gelegt. Sie werden in einem separaten Verfahren ab 23. August vor Gericht stehen. Auch ihnen könnten im Fall einer Verurteilung langjährige Haftstrafen drohen.

(dpa/afp/raer)