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Alles muss raus: Wer Milliarden von MacKenzie Scott bekommt

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Jonas Erlenkämper
Milliardär Jeff Bezos: Das ist der Amazon Gründer

Milliardär Jeff Bezos- Das ist der Amazon Gründer

Der Amazon-Grüner Jeff Bezos gründete 1994 den Online-Buchhandel. Heute wird sein Vermögen auf 188 Milliarden Dollar geschätzt. Im Feburar 2020 tritt er als Chef von Amazon zurück: Bezos will mehr Zeit in andere Projekte investieren.

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Nach ihrer Scheidung ist die Ex-Frau von Amazon-Boss Jeff Bezos die größte Mäzenin der USA. 2020 spendete sie sechs Milliarden Dollar.

Seattle/Berlin. 
  • Die Ex-Frau von Amazon-Chef Jeff Bezos gehört zu den reichsten Frauen der Welt
  • Doch statt das Geld nur für sich selbst auszugeben, setzt es MacKenzie Scott für wohltätige Zwecke ein
  • Allein im Jahr 2020 spendete sie sechs Milliarden Dollar

Das Geld kommt mit Vorwarnung. Plötzlich ploppt bei den Empfängern eine Mail im Postfach auf, in der ein Mitarbeiter der großen Philanthropin ankündigt, dass MacKenzie Scott, eine der reichsten Frauen der Welt, in Kürze einen hohen Betrag überweisen werde. In manchen der wohltätigen Organisationen sollen sie zunächst an einen Scherz geglaubt haben – bis das Geld tatsächlich auf dem Konto einging.

„Ich war fassungslos“, staunte die Präsidentin einer überwiegend von Afroamerikanern besuchten Universität in Texas gegenüber der „New York Times“, nachdem die Frau erfahren hatte, dass Scott ihr 50 Millionen Dollar überlassen würde – die größte Spende, die die Universität je erhalten hat.

50 Millionen hier, 40 Millionen dort: MacKenzie Scott (50), die steinreiche frühere Frau von Amazon-Chef Jeff Bezos (57), profiliert sich in den USA als einflussreiche Wohltäterin. Ihr Engagement ist beispiellos. 2020 hat die Kalifornierin nach eigenen Angaben knapp sechs Milliarden Dollar an Tafeln, Mi­granten-Initiativen, finanzknappe Colleges und viele andere von der Pandemie betroffene Einrichtungen gespendet. Sechs Milliarden! Lesen Sie hier: So lebt der reichste Mann der Welt: Amazon-Chef Jeff Bezos

Nach Affäre: Bezos zahlt höchste Scheidungs-Abfindung aller Zeiten

Man kann einwenden, dass sie es sich erlauben kann: 2019 machte Bezos, der als reichster Mensch des Planeten gilt, eine Affäre mit der TV-Moderatorin Lauren Sánchez (51) öffentlich – das Ehepaar ließ sich nach über 25 Jahren scheiden. Scott erhielt die höchste Ehe-Abfindung aller Zeiten: 38 Milliarden Dollar in Amazon-Aktien.

So wurde die Schriftstellerin, die die damalige Online-Buchhandlung Amazon zusammen mit Bezos aufgebaut hat, zur Multi-Milliardärin. Was würde sie mit diesem unvorstellbaren Reichtum anfangen?

Zwei Jahre später zeichnet sich ab: Sie haut das Geld mit beiden Händen für die gute Sache raus. Und zwar, „bis der Tresor leer ist“ – so hat sie es selbst erklärt, als sie ihre Teilnahme an der Initiative The Giving Pledge ankündigte, bei der sich Superreiche dazu verpflichten, mindestens die Hälfte ihres Vermögens gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. „Ich habe eine unverhältnismäßig große Menge an Geld zu teilen.“ Auch interessant: Saudi-Kronprinz soll Handy von Amazon-Chef gehackt haben

Bezos ist im Vergleich knauserig

Mit ihrer Spendierfreude mausert sich die Mutter von drei Söhnen und einer Adoptivtochter zum Gegenentwurf ihres Ex-Manns. Der lebt gerne auf großem Fuß, hat sich in den letzten Jahren Villen und Wohnhäuser in Washington, D.C., Beverly Hills und New York geleistet. Sein ohnehin beeindruckendes Vermögen wuchs in der Corona-Krise Schätzungen zufolge um nahezu 80 Prozent. Mehr zum Thema: Jeff Bezos und Amazon: Gewinner der globalen Corona-Krise

Im vergangenen Jahr spendete Bezos zwar zehn Milliarden Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel und noch mehr für andere Zwecke. Doch gemessen an seinen finanziellen Möglichkeiten fielen seine Zuwendungen eher übersichtlich aus.

In den USA ist die Begeisterung über die noble Misses Scott umso größer. „Ich hoffe“, sagt Phil Buchanan, Leiter des Center for Effective Philanthropy, das Stiftungen und Spender berät, „dass die Summen, die sie auf den Tisch legt, und ihre Absicht, dies auch weiterhin zu tun, ein Tritt in den Hintern jener ist, die auf einem enormen Reichtum sitzen – zu einer Zeit unglaublicher Herausforderungen und riesiger Not“.

MacKenzie Scott lässt den Empfängern freie Hand

Spenden gehören für viele Superreiche zum guten Ton, die meisten knüpfen ihre Zuwendungen jedoch an knallharte Auflagen. Die Bill & Melinda Gates Foundation etwa, die größte Privatstiftung der Welt, versteht sich nicht als reiner Geldverteiler, sondern setzt den Empfängern strategische Ziele und verfolgt genau, ob die Organisationen sie erfüllen.

MacKenzie Scott hingegen will den Einrichtungen ausdrücklich „maximale Flexibilität“ einräumen. Wie sie das Geld verwenden, bleibt ihnen überlassen. Das entlastet die Empfänger von Bürokratie. Scott verlangt nicht einmal, dass ihr Name auf irgendeinem Gebäude verewigt wird. Sie wolle „systemische Ungleichheit“ bekämpfen, schreibt sie in einem Blog.

Wird sie wirklich ihr gesamtes Vermögen abgeben? Scott, die zwei von der Kritik freundlich aufgenommene Romane veröffentlicht hat, zieht eine Parallele zur Literatur. Sie habe einmal gelesen, beim Schreiben sollten die besten Ideen nicht für spätere Kapitel aufgehoben, sondern sofort verwendet werden.

Alles muss raus – ihre Mitarbeiter dürften weitere überraschende Mails verschicken.