Weihnachtsansprache

Steinmeier: „Licht am Ende des Tunnels wird heller“

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Steinmeier: "Feiern lassen sich nachholen"

Steinmeier: "Feiern lassen sich nachholen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appelliert an die Bürger, die verschärften Corona-Beschränkungen mitzutragen. "Jeder und jede muss sich fragen: Was kann ich zusätzlich tun, um mich und andere zu schützen?", sagte Steinmeier.

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In seiner Weihnachtsansprache rekapituliert Bundespräsident Steinmeier das Krisenjahr 2020 – und zeigt sich zuversichtlich.

Berlin. Die Weihnachtsansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, die das Jahr 2020 fest im Griff hatte. Die Rede aus dem Schloss Bellevue wird am 25. Dezember ausgestrahlt.

„Liebe Bürgerinnen und Bürger, was für ein Jahr!“, sagte der Bundespräsident in seiner vorab aufgezeichneten Ansprache laut Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur. „Ein winziges Virus hat Besitz ergriffen von unserem Leben und unserem Denken, hat Pläne durchkreuzt und Träume zerstört.“

Steinmeier: Pandemie hat uns an unsere Verletzlichkeit erinnert

Die Pandemie habe die Menschen daran erinnert, „wie verletzlich“ sie seien und „wie zerbrechlich das ist, was wir unser ‚normales Leben’ nennen“, mahnte Steinmeier. Gleichzeitig habe man erfahren, wie wichtig es sei, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein.

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Weihnachten sei in diesem Jahr „ein anderes Weihnachten“, betonte der Bundespräsident. Obwohl es sich um ein Fest der Liebe handle, müsse man Abstand halten. „Viele Ältere und Kranke bleiben allein, um sich vor dem Virus zu schützen.

Für manche, gerade Jüngere, war diese Stille Nacht viel zu still.“ Seine Gedanken seien bei den vielen Patienten auf den Intensivstationen, ihren Angehörigen und den Menschen, die ihre Covid-19-Infektion nicht überlebt haben: „Viele sind einen bitteren, einen einsamen Tod gestorben, und sie alle fehlen.“

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Weihnachtsansprache: Bundespräsident würdigt medizinisches Personal

Die Einschränkungen seien für alle Menschen schwierig gewesen, erklärte Steinmeier. „Schulkinder sind genervt vom unregelmäßigen Unterricht, Familien erschöpft nach fast einem Jahr Homeoffice und Homeschooling. Künstler, Gastwirte und Hoteliers fürchten um ihre Existenz, Einzelhändler sind besorgt wegen der erneuten Schließung von Geschäften. Fröhlich sind diese Weihnachten wahrlich nicht überall.“

Dennoch sei es gut, „die hellen Seiten dieses Jahres“ nicht zu vergessen. Steinmeier würdigte diejenigen, die sich für andere Menschen engagieren. „Ich danke allen, die im Kampf gegen das Virus in der ersten Reihe stehen, die bis zur Erschöpfung arbeiten und ihre eigene Gesundheit riskieren – von der Ärztin bis zum Pfleger, von der Erzieherin über den Wissenschaftler bis zum Busfahrer.“

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„Nächstes Weihnachten wieder so feiern, wie wir es lieben“

Mit der Zulassung des Impfstoffes sei Hoffnung in Sicht: „Wir werden dem Ausgang aus der Krise jetzt Schritt für Schritt näherkommen.“ Es sei aber nötig, „auf den letzten Metern“ vernünftig und geduldig zu bleiben.

Die Pandemie werfe einen Schatten auf die Feiertage. „Aber wir dürfen uns darauf freuen, dass wir das nächste Weihnachten wieder so feiern, wie wir es lieben: im großen Kreis der Familie, mit unseren Freunden, mit Umarmungen und Gesang. Möge doch die Vorfreude darauf uns diese außergewöhnlichen Feiertage verschönern helfen.“

Ausstrahlung der Weihnachtsansprache am 25. Dezember um 19.08 Uhr im ZDF und um 20.10 Uhr in der ARD.

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