Pandemie

Wann Corona als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall durchgeht

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Erneut mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Erneut mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

In Deutschland sind etwa 33.800 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Damit wurde am zweiten Tag in Folge die Schwelle von 30.000 registrierten Neuinfektionen überschritten.

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Als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall: Laut Bundesregierung werden zwei Prozent aller Corona-Fälle für die Erkrankung entschädigt.

Berlin. Zwei Prozent aller gemeldeten Corona-Infizierten werden durch die gesetzliche Unfallversicherung für die Erkrankung entschädigt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Der Antwort zufolge, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag, wurden Fälle im Bereich Berufskrankheit deutlich häufiger anerkannt als Anzeigen auf Arbeitsunfall.

Insgesamt wurden bei den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung in 3,5 Prozent aller gemeldeten Corona-Fälle Anträge auf Leistungen gestellt. Bis Mitte November waren für den Bereich Berufskrankheit Anzeigen für rund 19.500 Corona-Infizierte eingegangen – anerkannt wurden davon etwa 12.800. Eine Anerkennung von Corona als Berufskrankheit erfolgt demnach für Infizierte, die im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder einem Labor arbeiten.

Corona: Wie stehen die Chancen, dass eine Infektion als Arbeitsunfall durchgeht?

Sofern die Corona-Infektion in manchen Fällen nicht als Berufskrankheit anerkannt wird, könne eine Anzeige auf Arbeitsunfall erfolgen. Beide Bereiche stellen nach Angaben der Bundesregierung gleichwertige Versicherungsfälle dar, Betroffene haben damit jeweils Ansprüche auf das volle Leistungsspektrum. Allerdings werden im Vergleich zu Berufskrankheiten Arbeitsunfälle seltener anerkannt: Insgesamt sind nur 4000 von 9400 als Arbeitsunfälle gemeldeten Corona-Erkrankungen durchgegangen.

Die geringe Anerkennungsquote im Vergleich zur Gesamtzahl der Fälle kritisierte Linken-Politikerin Jutta Krellmann sehr. Wer sich trotz Schutzmaßnahmen der Arbeitgeber im Job mit dem Coronavirus infiziere, müsse von der gesetzlichen Unfallversicherung entschädigt werden: Das passiere nicht zur Genüge. Krellmann forderte mehr Aufklärung der Beschäftigten über ihre Rechte. „Dazu gehören flächendeckend Beratungsstellen für Berufskrankheiten, wie es sie in Bremen, Hamburg und Berlin bereits gibt.“

Die Linken-Politikerin kritisierte außerdem, dass Arbeitsunfälle trotz seltener Anzeigen auch seltener durchgehen würden – und gleichzeitig auch, dass es bei Arbeitsunfällen keine Beweislastsicherung gebe. „Betroffene müssen genau sagen können, bei wem sie sich, wann, mit Corona angesteckt haben, Stichwort Indexperson. Praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.“ Nötig sei deshalb „die faire Chance für alle Beschäftigten, Corona als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen“. (day/dpa)