Lesbos

Dreijährige in Flüchtlingslager vermutlich vergewaltigt

Fotograf Reto Klar über Moria- Man lebt dort nicht, man überlebt

Fotograf Reto Klar über Moria: "Man lebt dort nicht, man überlebt"

Funke-Fotograf Reto Klar berichtet über seine emotionalen Eindrücke aus Moria. Noch kurz vor dem Brand besuchte er das überfüllte Flüchtlingslager auf Lesbos. Hier zeigten die Geflüchteten ihm alte Handyfotos aus schöneren Zeiten.

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Die griechischen Behörden ermitteln im Moria-Nachfolgelager wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung. Das Opfer ist eine Dreijährige.

Lesbos. Im Kara-Tepe-Lager für Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos ist eine Dreijährige möglicherweise vergewaltigt worden. Das Opfer, ein kleines afghanisches Mädchen, war blutend und halb bewusstlos am Montagabend auf einer Toilette gefunden worden. Die griechischen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

Ärzte im Camp bestätigten den Vorfall. Um den Verdacht der Vergewaltigung zu klären, stehe jetzt noch eine Untersuchung durch einen Forensiker aus, teilte das griechische Ministerium für Migration am Dienstag mit.

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Menschenrechtssituation im Flüchtlingslager katastrophal

Das Lager in Kara Tepe entstand nach dem verheerenden Brand, der Moria vernichtete, Europas bis dato größtes Lager für Geflüchtete. Es liegt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz und besteht aus provisorischen Zelten.

Die Menschenrechtssituation ist nach Einschätzung verschiedener Organisationen katastrophal. Vergangene Woche war das Lager nach starken Regenfällen überflutet worden. „Es sind so viele Zelte nass, es gibt keinen trockenen Ort. Wir fürchten, dass viele Menschen sehr krank werden“, schrieb eine Gruppe von Freiwilligen am Sonntag auf Facebook. Auch interessant:So kommen Geflüchtete nach Deutschland.

Die EU-Kommission hatte Anfang Dezember angekündigt, dass griechische und EU-Behörden bis September 2021 ein „neues und dem Standard entsprechendes Aufnahmelager“ auf Lesbos errichten würden. (te/dpa)