Pandemie

In New York liegen seit Monaten 650 Tote in Kühllastern

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In New York werden seit der ersten Corona-Welle Kühllaster für die Aufbewahrung Verstorbener genutzt.

In New York werden seit der ersten Corona-Welle Kühllaster für die Aufbewahrung Verstorbener genutzt.

Foto: imago / imago images/ZUMA Wire

Mehr als 600 Corona-Tote liegen in New York noch immer in Kühllastern. Bei vielen reicht das Geld nicht für eine normale Beerdigung.

Berlin.  In New York liegen etwa 650 Tote seit Monaten in Kühllastern auf einem Industriegelände im Stadtteil Brooklyn. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet , handelt es sich bei ihnen um Opfer der ersten Corona-Welle, deren Verwandten nicht gefunden wurden, oder deren Angehörige sich keine Beerdigung leisten können.

Die Laster waren Ende März als Übergangslösung aufgestellt worden, da die vorhandenen Leichenhallen die große Anzahl von Toten nicht mehr aufnehmen konnten. Zwar hat die Stadt die Beerdigungsbeihilfe von 900 Dollar auf 1700 Dollar fast verdoppelt, trotzdem reicht das Geld für vieler Menschen für die Beerdigung nicht aus. Mehr um Thema: Corona: Häftlinge in Texas stapeln Leichen in Kühllastern

Corona-Tote können in Massengräbern auf Hart Island beerdigt werden

Die Situation sei „traumatisch“ für Familie, zitiert das WSJ Dina Maniotis, aus dem Büro von New Yorks Chef-Gerichtsmediziner. „Wir arbeiten mit ihnen so behutsam wir können und versuchen sie zu überzeugen, ihre Pläne zu machen,“ so Maniotis.

Viele der Angehörigen würden sich wohl für Hart Island entscheiden, wo Menschen in Massengräbern bestattet werden, die keine bekannten Verwandten haben, oder deren Familien keine Einzelbeerdigung bezahlen können.

New York war von der ersten Corona-Welle besonders stark betroffen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind mehr als 34.000 Menschen in New York in Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung gestorben. Lesen Sie hier: USA von Corona schwer getroffen: Wo die Lage eskaliert

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Der Bundesstaat New York und die darin gelegene gleichnamige Metropole waren im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Über den Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen dort stabilisiert, zuletzt hatte sich die Lage aber wieder angespannt. (msb/dpa)