120. Geburtstag

Google ehrt Eliška Junková – So prägte sie den Motorsport

Allein unter Männern: die tschechische Rennfahrerin Eliška Junková.

Allein unter Männern: die tschechische Rennfahrerin Eliška Junková.

Foto: imago sportfotodienst

Der Rennfahrerin Eliška Junková wurde zu ihrem 120. Geburtstag ein Google Doodle gewidmet. Die Motorsportlerin schrieb Geschichte.

Berlin. 
  • Am 16. November wäre Eliška Junková 120 Jahre alt geworden
  • Zu ihrem Geburtstag widmet Google ihr ein eigenes Doodle
  • Wir erzählen die Geschichte der Rennfahrerin aus Tschechien

Adrette Uniform, roter Lippenstift, das Lenkrad fest im Griff: Auf der Google-Startseite ist derzeit eine Rennfahrerin samt siegreichem Lorbeerkranz abgebildet. Das Bild zeigt die Tschechin Eliška Junková , die am 16. November 120 Jahre alt geworden wäre. Während sie einst in der Tschechoslowakei zu den berühmtesten Persönlichkeiten zählte, erinnern sich heute die wenigsten an die Motorsportlerin.

Eliška Junková, die international unter dem Namen Elisabeth Junek Erfolge feierte, wurde 1900 in Olmütz im heutigen Tschechien geboren. Bei ihrer Ausbildung in einer Bank lernte sie Vincenc Junek kennen, einen Rennfahrer, über den auch sie ihre Liebe für den Motorsport entdeckte. 1921 erwarb sie ihren Führerschein, was zu dem Zeitpunkt für Frauen eine Seltenheit darstellte.

Eliška Junková: Karriere als Rennfahrerin

1922 heiratete das Paar. Anfangs begleitete Junková ihren Mann bei seinen Rennen als Mechanikerin und Beifahrerin. 1924 nahm sie schließlich in Pilsen zum ersten Mal selbst an einem Rennen teil. Ihren ersten Sieg feierte sie bereits ein Jahr später: Das Bergrennen Zbraslav-Jíloviště konnte sie in einem Bugatti für sich entscheiden. Sie legte sogar einen Streckenrekord hin. Die männliche Konkurrenz ließ sie hinter sich, ihren Ehemann eingeschlossen.

Auch auf dem Nürburgring feierte Junková Erfolge: Beim Großen Preis von Deutschland belegte sie 1927 den vierten Platz, in ihrer Sportwagenklasse erzielte sie erneut einen Streckenrekord. Nach einigen weiteren Siegen fand ihre Rennsportkarriere 1928 ein tragisches Ende. Ihr Ehemann verunglückte tödlich auf dem Nürburgring, woraufhin Junková selbst keine Rennen mehr fahren wollte. Mit dem Motorsport blieb sie trotzdem verbunden.

Nach dem Tod ihres Mannes und dem Ende ihrer Karriere als Rennfahrerin reiste sie nach Ceylon und machte dort weiter Werbung für Bugatti. Sie heiratete nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein zweites Mal. 1994 starb Junková in Prag.

Google Doodle: Erinnerung an wichtige Persönlichkeiten

Google ehrt mit einer temporären Veränderung des klassischen Schriftzugs auf der Startseite immer wieder namhafte Persönlichkeiten: Im Sommer widmete der Konzern unter anderem der US-amerikanischen Drag Queen und LGBTQ-Aktivistin Marsha P. Johnson und der italienischen Barock-Malerin Artemisia Gentileschi ein Design.

Doch nicht nur an Personen wird auf der Google-Starseite erinnert: Zu ihrem 165. Geburtstag erschien dort die Litfaß-Säule .

(raer)