Justiz

Verwaltungsgericht: Christoph Metzelder ist geständig

Christoph Metzelder im August 2018. Der frühere Fußball-Nationalspieler ist wegen Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt.

Christoph Metzelder im August 2018. Der frühere Fußball-Nationalspieler ist wegen Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt.

Foto: Oliver Killig / dpa

Der wegen Verbreitung von Kinderpornografie angeklagte Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder ist laut einer Gerichtsmitteilung geständig.

Düsseldorf. Ex-Fußballnationalspieler Christoph Metzelder (39), den die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen der Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt hat, ist offenbar geständig. Was er im Rahmen der Anklage genau gestanden hat, ist aber offen. Das geht aus einer schriftlichen Begründung des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts hervor. Es hat dem Amtsgericht Düsseldorf am Montag erlaubt, die Anklage gegen Metzelder mit voller Namensnennung auf der Behörden-Internetseite weiterhin zu verbreiten. Dagegen war Metzelder vorgegangen.

Das Ermittlungsergebnis der Staatsanwaltschaft, heißt es laut Verwaltungsgericht, „beruhte u.a. auf der geständigen Einlassung des Antragstellers, der Aussage einer Zeugin sowie sichergestellten Bilddateien.“ Und: „Mit diesem Bestand an Beweistatsachen hatte sich der Tatverdacht mit Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens folglich so weit erhärtet, dass eine Nennung des ohnehin schon durch die Medienberichterstattung bekannten Namens auch unter diesem Gesichtspunkt erfolgen durfte.“

Metzelder soll insgesamt 29 Dateien mit kinderpornografischen Inhalt an drei Frauen verschickt haben. Auf seinem Mobiltelefon sollen zudem 297 entsprechende Dateien gefunden worden sein. Ob es zu einem Prozess kommen wird, darüber entscheidet das Gericht.

Amtsgericht darf auch über Hauptverfahren informieren

Metzelders Anwälte hatten dem Düsseldorfer Amtsgericht vorschreiben wollen, was bekannt werden darf über die Anklage gegen den ehemaligen Fußballnationalspieler. Eine Mitteilung vom 4. September über die Anklageerhebung mit voller Namensnennung und Inhalt der Anklage wollten die Anwälte von der Internet-Seite des Amtsgerichts entfernen lassen. Sie sahen die Persönlichkeitsrechte ihres prominenten Mandanten verletzt.

Doch das Verwaltungsgerichts sieht das anders: „Bei einer umfassenden Würdigung aller Umstände des vorliegenden Falles verdient das öffentliche Interesse an der durch das Amtsgericht erteilten Information den Vorrang gegenüber dem privaten Interesse, weder namentlich noch mit den angeklagten Straftatbeständen und Tathandlungen genannt zu werden.“ Unsachliche Formulierungen enthalte der Text der Pressemitteilung ebensowenig wie eine unzulässige Vorverurteilung.

Metzelders Anwälte scheiterten auch mit einer weiteren Forderung: „Das weitere Begehren, dem Amtsgericht eine vergleichbare Information zu untersagen, wenn die Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens gefallen ist, ist ebenfalls erfolglos geblieben. Auch insoweit hat die Kammer entschieden, dass das Amtsgericht zur Unterrichtung der Medien unter Namensnennung und Darlegung etwaiger Tatvorwürfe berechtigt ist.“