Rechtsstreit

Corona-Test nach Demo verweigert – Seniorenheim kündigt Frau

Berlin beschließt Maskenpflicht bei Demos ab 100 Teilnehmern

Bei den umstrittenen Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen sind zuletzt in Berlin vielfach die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten worden. Jetzt hat der Senat eine Maskenpflicht bei Demonstrationen ab hundert Teilnehmern in der Hauptstadt beschlossen.

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Die Mitarbeiterin eines Seniorenheims protestiert gegen die Corona-Maßnahmen – und meldet sich dann krank. Jetzt ist sie ihren Job los.

Itzstedt Ihr Verhalten nach der Teilnahme an den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin hat die Mitarbeiterin eines Pflege- und Seniorenheims in Schleswig-Holstein ihren Job gekostet. Die private Einrichtung in Itzstedt (Kreis Segeberg) kündigte der Mitarbeiterin fristlos, weil sie nach dem Protest in Berlin einen Coronatest verweigerte. Der Pflegedienstleiter bestätigte die Kündigung am Mittwoch. Lesen Sie hier: Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus im News-Ticker

Zur Begründung sagte er, dass in einem Pflegeheim besonders strenge Vorsichtsmaßnahmen erforderlich seien, an die sich alle Mitarbeiter halten müssten. Bei entsprechenden Krankheitssymptomen gehöre dazu ein Corona-Test. Die Mitarbeiterin hatte sich nach dem Wochenende in Berlin krank gemeldet – wegen Erkältungssymptomen. Jetzt streiten Arbeitsrechtler über die Frage, ob die Kündigung wirksam ist.

Corona-Demo nicht unbedingt Grund für Krankmeldung

Der Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfram Dudda hält die Kündigung für eher unwirksam, weil die Krankmeldung nicht unbedingt etwas mit der Demonstrationsteilnahme zu tun haben müsse, sagte er den „Lübecker Nachrichten“. Vom Unternehmensverband Nord hieß es dagegen, dass in der Alten- und Krankenpflege Arbeitgeber eher einen Test anordnen könnten als in anderen Bereichen. (dpa/küp)