Frühwarnsystem

Corona-Warn-App: QR-Codes für Tests machen weiter Probleme

So funktioniert die Corona-App

Endlich ist sie da: Die App soll helfen, Kontakte nachzuvollziehen und damit Infektionsketten zu unterbrechen. Das Video zeigt, wie Sie die App nutzen.

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Die Corona-Warn-App des RKI soll als Frühwarnsystem die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Doch noch immer läuft nicht alles rund.

Berlin. Seit Mitte Juni ist die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundesregierung verfügbar, 17,2 Millionen Mal wurde sie seitdem heruntergeladen (Stand: 17. August). Das RKI zog bereits nach einem Monat ein positives Zwischenfazit. Doch nicht alles lief rund.

So hatte anfangs beispielsweise die Warnfunktion der App bei Millionen Nutzern nicht richtig funktioniert. Auch dass der sogenannte Tageszähler der App auf vielen Smartphones verrückt spielte, zählte zu den Kinderkrankheiten. Lesen Sie hier: Die Corona-Warn-App ist da: Was man jetzt wissen muss

Corona-Warn-App: So funktioniert die Übermittlung via QR-Code

Mittlerweile sollte die App den Kinderschuhen entwachsen sein. Doch noch immer funktioniert offenbar nicht alles reibungslos. So berichten mehrere Nutzer davon, dass sie trotz Eingabe des QR-Codes nach einem Corona-Test nicht automatisch über das Testergebnis informiert worden seien. Aus einer Arztpraxis im Ruhrgebiet hieß es, dass der Benachrichtigungsprozess nach QR-Code-Eingabe ohnehin nur in den seltensten Fällen funktioniere.

Was genau hat es aber mit der QR-Code-Eingabe auf sich? Eigentlich soll die offizielle Corona-Warn-App dazu beitragen, dass Menschen, die sich auf das Coronavirus testen lassen, schnellstmöglich via App über ihre Corona-Testergebnisse informiert werden. Eine telefonische Abfrage soll so entfallen. Lesen Sie hier: Labore überlastet: Langes Warten auf Corona-Testergebnis

Patienten, die einen sogenannten PCR-Test durchführen lassen, erhalten bei der Probeentnahme einen Abschnitt des Probenbegleitscheins mit einem QR-Code. Diesen QR-Code können die Nutzer scannen und so den Test in der App registrieren lassen. Sobald das Ergebnis im Labor bereitsteht, wird es automatisch abgerufen und in der App auf dem Smartphone angezeigt.

Corona-Test: App-Nutzer warten vergeblich auf Ergebnis

Sobald ein positives Testergebnis in der App vorliegt, kann der Nutzer entscheiden, andere Nutzer zu informieren. Dazu werden die eigenen sogenannten Tagesschlüssel der vergangenen 14 Tage an einen Server übermittelt. Nutzer der App, die mit dem positiv Getesteten in relevantem Kontakt standen, werden dann darüber informiert, dass es eine Risikobegegnung gegeben hat.

So der Idealfall. Doch wenn in der Realität ein Patient seinen Test via QR-Code in der Corona-Warn-App registriert, anschließend aber vergeblich auf sein Testergebnis wartet, wird das angestrebte Frühwarnsystem ausgehebelt.

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Das Robert Koch-Institut führt dazu auf Anfrage dieser Redaktion mehrere Fehlerursachen auf. So müsse das auswertende Labor „an die technische Infrastruktur angeschlossen sein“, damit die Übermittlung via QR-Code funktioniere. Die technische Anbindung der Labore schreite immer weiter voran, heißt es dazu vom RKI.

RKI: Nur jedes zweite Labor zur Nutzung der QR-Codes technisch in der Lage

Aktuell seien demnach 115 Labore in Deutschland an den Verifikationsserver der App angebunden, was rund 80 Prozent der niedergelassenen Labore entspreche. Von diesen 115 Laboren könnten dem RKI zufolge etwa 80 Labore den gesamten Bereitstellungsprozess realisieren – vom Scan des Test-Auftragsformulars bis zur Bereitstellung der Testergebnisse innerhalb der App.

So entsteht ein Impfstoff
So entsteht ein Impfstoff

Ein einfacher Dreisatz zeigt: Nur etwas mehr als jedes zweite niedergelassene Labor (rund 56 Prozent) in Deutschland ist offenbar technisch dazu in der Lage, die Testergebnisse tatsächlich vollautomatisiert über die Registrierung eines QR-Codes in der Corona-Warn-App bereitzustellen. Dass die Übermittlung via QR-Code nicht funktioniert, bedeutet allerdings nicht, dass die App ihr Ziel komplett verfehlt.

Ein getesteter Patient wird auch ohne App über sein Testergebnis informiert. Ein positives Testergebnis kann er dann ohne QR-Code über eine telefonische Hotline verifizieren lassen und mithilfe einer sogenannten teleTAN in der Corona-Warn-App registrieren, um andere Nutzer über einen möglichen Kontakt zu warnen – nur eben nicht automatisch und so komfortabel wie mithilfe des QR-Codes.

RKI: Probleme mit QR-Codes – Diese Fehlerursachen sind möglich

Darüber hinaus betont das Robert Koch-Institut, dass jeder Getestete unabhängig von der Nutzung der Corona-Warn-App in einem schriftlichen Befund-Brief über das Testergebnis informiert werde. Zudem weist das RKI auf weitere Faktoren hin, die die Übermittlung via QR-Code verhindern können. So müsse „der Nutzer der Übermittlung des Testergebnisses via QR-Code zustimmen“.

Und dabei reiche die Zustimmung innerhalb der App allein nicht aus. Lehnt der Nutzer die Zustimmung innerhalb der App ab, hat er gar nicht erst die Möglichkeit, seinen QR-Code zu scannen und den PCR-Test zu registrieren. Zusätzlich muss der Getestete der Übermittlung aber auch auf dem Proben-Begleitschein schriftlich zustimmen und dazu das Feld 9 ankreuzen. Fehlt die Zustimmung auf dem Proben-Begleitschein, kann das Testergebnis nicht übermittelt werden, auch wenn der Test in der Corona-Warn-App registriert wurde.

Dem Robert Koch-Institut zufolge gebe es zudem Labore, die nicht mit der offiziellen Corona-Warn-App zur Übermittlung der Testergebnisse arbeiten, sondern ihre eigenen Apps und QR-Codes nutzen. Daher könne es zu Verwechslungen kommen, welcher Code in welche App übermittelt werden müsse.

Das kann die Coronavirus-App des Robert Koch-Instituts
Das kann die Coronavirus-App des Robert Koch-Instituts

In den dieser Redaktion bekannten Problemfällen fällt aber auch diese Möglichkeit als Fehlerquelle aus. Denn versuchen Nutzer, mit der offiziellen Corona-Warn-App einen fremden QR-Code zu scannen, bekommt er eine Fehlermeldung. In der Android-Version der App heißt es etwa: „Der QR-Code ist nicht korrekt. Bitte versuchen Sie es erneut.“ Eine Verwechslungsgefahr dürfte daher ausgeschlossen sein.

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