US-Prozess

Uni-Bestechungsskandal: Lori Loughlin muss in Haft

Lori Loughlin und ihr Mann Mossimo Giannulli verlassen das Bundesgericht, wo sie sich der Anklage in einem landesweiten Bestechungsskandal stellten. Das Ehepaar wurde zu zwei und fünf Monaten Haft verurteilt.

Lori Loughlin und ihr Mann Mossimo Giannulli verlassen das Bundesgericht, wo sie sich der Anklage in einem landesweiten Bestechungsskandal stellten. Das Ehepaar wurde zu zwei und fünf Monaten Haft verurteilt.

Foto: Steven Senne / dpa

Geldstrafe plus Gefängnis: Die Schauspielerin wurde verurteilt, weil sie mit Schmiergeld ihre Töchter an eine Uni gebracht hat.

Boston. Die US-Schauspielerin Lori Loughlin – vor allem bekannt aus der Kult-Serie „Full House“ – muss für zwei Monate ins Gefängnis. Der Grund ist ein Bestechungsskandal, in den sie mit ihrer Familie verwickelt ist.

Ein Gericht in Boston verhängte am Freitag zudem 150.000 Dollar (rund 127.000 Euro) Geldstrafe gegen die Darstellerin und verdonnerte sie zu 100 Sozialstunden. Die 56-Jährige muss ihre Haftstrafe spätestens Mitte November antreten.

Ihr Ehemann, der Modedesigner Mossimo Giannulli, wurde zu fünf Monaten Haft, 250.000 Dollar Geldstrafe und 200 Sozialstunden verurteilt. Beiden wurde vorgeworfen, 500.000 Dollar gezahlt zu haben, damit ihre beiden Töchter von der angesehenen University of Southern California (USC) aufgenommen wurden. Sie bekannten sich im Mai schuldig.

Stars kauften ihren Kindern Plätze an Elite-Universitäten

Der Bestechungsskandal war im März 2019 ans Licht gekommen. Es handelt sich um die größte Verfolgung von Zulassungsschwindel in der Geschichte Amerikas. Zahlreiche wohlhabende Eltern hatten Bestechungsgelder gezahlt, damit ihre Kinder an Eliteuniversitäten aufgenommen werden. Loughlins Töchter beispielsweise sollten über das Ruderteam Zugang zur University of Southern California bekommen – obwohl sie diesen Sport gar nicht betrieben.

Im Zuge der Affäre wurden mehr als 50 Beschuldigte angeklagt. Die Bundesstaatsanwaltschaft wirft ihnen vor, ihren Kindern den Zugang zu renommierten Colleges und Universitäten illegal besorgt zu haben. Wohlhabende Eltern, darunter das Ehepaar Loughlin-Gianulli, beauftragten eine Beraterfirma, die Testergebnisse fälschen ließ, Biografien erfand und Uni-Angestellte bestach, um dem Nachwuchs Studienplätze an Elite-Universitäten zu beschaffen.

Lori Loughlin: Es war eine „furchtbare Entscheidung“

Loughlin entschuldigte sich am Freitag für ihr Verhalten und sprach von einer „furchtbaren Entscheidung“. „Ich habe einen Plan ausgeführt, um meinen Töchtern einen unfairen Vorteil zu verschaffen.“ Sie habe damit soziale Ungleichheiten verschärft.

Ihre Tochter Olivia Jade Giannulli war durch die Bestechung an der USC angenommen worden. Eine halbe Millionen Dollar sollen ihre Eltern bezahlt haben, um ihr und ihrer Schwester Plätze an der renommierten Universität in Los Angeles zu sichern. Olivia Jade hat einen YouTube-Kanal mit rund zwei Millionen Abonnenten und 1,2 Millionen Follower bei Instagram.

Als sie im Sommer 2018 in einem Video ankündigte, in Zukunft aufs College zu gehen, sagte sie: „Ich freue mich vor allem auf die Partys. Ihr alle wisst, dass mir die Schule ziemlich egal ist.“ Nach Bekanntwerden des Skandals kündigte die Universität umgehend an, Olivia Jade und allen weiteren betroffenen Studenten die Zulassung abzuerkennen. Anschließend war es lange ruhig auf Olivia Jades Kanälen. Inzwischen meldet sich die 20-Jährige aber wieder häufiger zu Wort, unter anderem mit Kinderfotos, die sie mit ihrer Mutter zeigen.

Felicity Huffman hat ihre Gefängnisstrafe bereits abgesessen

Die ebenfalls in den Skandal verstrickte Schauspielerin Felicity Huffman, die aus den Fernsehserien „Desperate Housewives“ und „American Crime“ bekannt ist, war im vergangenen Jahr zu 14-tägiger Haft verurteilt worden.

Sie hatte ein Bestechungsgeld von 15.000 Dollar gezahlt, damit falsche Antworten ihrer Tochter in dem Uni-Aufnahmetest SAT korrigiert wurden. Sie saß die letztlich um drei Tage verkürzte Strafe im Oktober ab.

(amw/dpa)

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