Feuer

Brände in Kalifornien wüten weiter – neue Feuer drohen

Zehntausende fliehen vor Waldbränden in Kalifornien

Im US-Bundesstaat Kalifornien bedrohen heftige Waldbrände zehntausende Häuser. Etwa 119.000 Menschen flohen nach Behördenangaben bereits aus ihren Wohnungen.

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In dem US-Bundesstaat wüten Waldbrände. 8000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, 12.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

San Francisco. 
  • In Kalifornien wüten seit Mitte August verheerende Waldbrände
  • Drei Großfeuer rund um San Francisco konnten schrittweise eingedämmt werden
  • Es ist aber mit weiteren Gewittern und Blitzeinschlägen zu rechnen
  • Mehr als 14.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz

Schwere Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien haben rund 5088 Quadratkilometer Land verwüstet – eine Fläche etwa 17 Mal so groß wie München. Sieben Menschen starben seit Ausbruch der ersten Feuer in dem Bundesstaat Mitte August.

Inzwischen gibt es aber Fortschritte: Drei Großfeuer in der Umgebung von San Francisco konnten bis zum Dienstagabend (Ortszeit) schrittweise weiter eingedämmt werden, wie die Feuerschutzbehörde Cal Fire mitteilte. Das sogenannte LNU-Lightning-Complex-Feuer in der Weinregion Napa Valley nordöstlich von San Francisco war am Abend zu 27 Prozent unter Kontrolle. Das SCU-Lightning-Complex-Feuer südlich der Westküstenmetropole war demnach zu 20 Prozent eingedämmt.

Feuchtere Luft und schwächere Winde hatten den Kampf der Feuerwehr gegen zahlreiche Waldbrände begünstigt. Doch vor allem im Norden Kaliforniens seien weiterhin vereinzelt Gewitter mit Blitzeinschlägen möglich, die neue Waldbrände verursachen könnten, hieß es weiter.

Kalifornien: 14.000 Feuerwehrleute bei Bränden im Einsatz

Mittlerweile sind rund 14.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Tausende Menschen durften am Dienstag in einigen Regionen Kaliforniens wieder in ihre Häuser zurückkehren, nachdem Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben worden waren. Anderswo saßen Anwohner weiter auf gepackten Koffern, um notfalls ihre Häuser zu verlassen.

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Sie bange nun schon das dritte Mal in vier Jahren um ihr Haus im Bezirk Sonoma County, erzählte Anwohnerin Alma Bowen am Dienstag dem „San Francisco Chronicle“. Bereits 2017 und 2019 sei sie vor schnell um sich greifenden Feuern geflüchtet, nun habe sie wieder das Wichtigste eingepackt.

Am Samstag veröffentlichte Gouverneur Newsom im Kurzbotschaftendienst Twitter ein dramatisches Foto der Brände und schrieb dazu: „Wenn Sie nicht an den Klimawandel glauben, dann kommen Sie nach Kalifornien.“

Neben Kalifornien brennt es in 13 weiteren Staaten, darunter Arizona, Oregon oder auch Alaska, wie die Behörde National Interagency Fire Center auf ihrer Homepage schreibt. Ihren Daten zufolge gibt es derzeit 93 Großfeuer in 14 Staaten, die meisten davon mit 24 in Kalifornien. Viele von ihnen wurden durch Blitzeinschläge ausgelöst.

Der oft unter Trockenheit leidende Westküstenstaat wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht, doch den Behörden zufolge haben die Schwere und die Häufigkeit der Katastrophen in den vergangenen Jahr zugenommen. Besonders schlimm traf es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien, wo heftige Winde das sogenannte „Camp“-Fire schnell ausbreiteten. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

Trotz der Fortschritte im Kampf gegen die Flammen befürchten die Brandbekämpfer eine noch größere Zerstörung. Seit dem Ausbruch der Brände Mitte August, vor allem in Nordkalifornien, seien rund 1400 Gebäude zerstört worden, sagte Cal Fire-Sprecher David Berlant am Dienstag in einem Videobeitrag. Diese Zahl könnte sich aber auch noch mehr als verdoppeln, wenn das ganze Ausmaß der Verwüstung bekannt sei. Auch die Zahl der Todesopfer könnte noch weiter steigen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sprach am Montag von „historischen Waldbränden“ in diesem Jahr. Mehr dazu: Wie es zu der Feuer-Katastrophe in Kalifornien kam