Zweifache Oscar-Gewinnerin

Olivia de Havilland ist tot: Filmlegende wurde 104 Jahre alt

Olivia de Havilland ist tot: Die britische-amerikanische Schauspielerin („Vom Winde verweht“) wurde 104 Jahre alt.

Olivia de Havilland ist tot: Die britische-amerikanische Schauspielerin („Vom Winde verweht“) wurde 104 Jahre alt.

Foto: Kevork Djansezian / dpa

Sie spielte die kluge und tugendhafte Melanie Hamilton in „Vom Winde verweht“. Jetzt ist die Hollywood-Diva gestorben.

Los Angeles/Paris.  Olivia de Havilland ist tot. Die Filmlegende („Vom Winde verweht“) und Oscar-Preisträgerin starb am Sonntag im Alter von 104 Jahren in Paris. Das bestätigte ihre Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Bis auf einen Kinderstar hatte Olivia de Havilland alle ihre Leinwandpartner aus dem legendären Südstaatenepos „Vom Winde verweht“ aus dem Jahr 1939 überlebt. Clark Gable, der den Rhett Butler gespielt hatte, starb bereits vor 55 Jahren. Vivian Leigh, die die schöne Scarlett O’Hara spielte, war 53 Jahre alt, als sie 1967 leblos neben ihrem Bett gefunden wurde. Leslie Howard, im Film Scarletts heimliche Liebe Ashley Wilkes, kam schon im Zweiten Weltkrieg ums Leben.

Olivia de Havilland ist tot: Schauspielerin gewann zwei Oscars

De Havilland, die kluge und tugendhafte Melanie Hamilton aus „Gone With The Wind“, war am 1. Juli 104 Jahre alt geworden. Der Film war in den vergangenen Wochen im Zuge der Proteste gegen den Rassismus in den USA wieder wegen seiner beschönigenden Darstellung der Sklaverei in die Schlagzeilen geraten.

Zwei Oscars hatte die Schauspielerin bekommen: 1946 gewann sie die begehrte Trophäe in der Hauptrolle von „To Each His Own“. Das Drama um eine ledige Mutter lief in Deutschland unter dem Titel „Mutterherz“. Drei Jahre später kam die Auszeichnung als beste Schauspielerin in William Wylers Rachedrama „Die Erbin“.

Olivia de Havilland: Acht Filme mit Herzensbrecher Errol Flynn

De Havilland hatte einen Traumstart in Hollywood. Als Kind britischer Eltern in Tokio geboren, kam sie noch als Kleinkind nach Kalifornien. Der österreichische Theatermann Max Reinhardt entdeckte sie 19-jährig in der Rolle der Hermia in Shakespeares „Sommernachtstraum“. Das Filmstudio Warner Brothers nahm sie gleich für sieben Jahre unter Vertrag und brachte sie an der Seite von Errol Flynn groß heraus.

Acht Filme drehte sie mit dem Herzensbrecher, darunter die Abenteuerschinken „Der Verrat des Surat Khan“ und „Robin Hood, König der Vagabunden“. Auf der Leinwand knisterte es heftig, doch allen Gerüchten zum Trotz seien sie nie ein Liebespaar gewesen, beteuerte die Schauspielerin.

Olivia de Havilland klagte über harten Wettbewerb in Hollywood

Der frühe Ruhm hatte seinen Preis. Der Zeitschrift „Vanity Fair“ vertraute De Havilland an, dass sie damals „keine richtigen Freunde“ hatte und unter dem harten Wettbewerb litt.

Zugleich sorgte die bittere Fehde mit ihrer Schwester Joan Fontaine für Schlagzeilen. Der Streit vertiefte sich, als beide 1942 für einen Oscar nominiert wurden und die jüngere Joan für ihre Rolle in dem Hitchcock-Thriller „Verdacht“ gewann. In ihrer 1978 erschienenen Autobiografie „No Bed Of Roses“ schrieb Fontaine, dass die beiden einander schon als Kinder nicht mochten. Da herrschte zwischen den Schwestern schon lange Funkstille.

De Havilland wies das in dem „Vanity Fair“-Interview vehement zurück. „Ich habe sie als Kind so sehr geliebt“, sagte die ältere der Schwestern – doch darüber hinaus schwieg sie zu dem Bruch. Fontaine war 2013 mit 96 Jahren gestorben.

Olivia de Havilland widersetzte sich der Macht der Filmstudios

Schlagzeilen machte De Havilland auch mit ihrem Feldzug gegen die Macht der Filmstudios. Anfang der 1940er Jahre prozessierte sie erfolgreich gegen Warner Bros., um sich aus einem langjährigen Vertrag zu befreien.

Aus ihrer ersten Ehe mit dem Schriftsteller Marcus Goodrich (1946 bis 1953) ging der Sohn Benjamin hervor. In Paris heiratete de Havilland den Journalisten Pierre Paul Galante und hatte die Tochter Gisèle mit ihm. Auch diese Ehe zerbrach.

Ihre letzten großen Auftritte hatte Olivia de Havilland als neurotische Exzentrikerin in „Der schwarze Spiegel“ (1946), in der Romanverfilmung „Meine Cousine Rachel“ (1952) und mit ihrer langjährigen Freundin Bette Davis in dem Psychothriller „Wiegenlied für eine Leiche“ (1964).

(dpa/fmg)