Naturkatastrophe

Unwetter in Japan: Mindestens 44 Tote – Menschen vermisst

Suche nach Vermissten in Überschwemmungsgebieten in Japan

In den Überschwemmungsgebieten auf der japanischen Insel Kyushu suchen Helfer fieberhaft nach vermissten Menschen. Den Behörden zufolge sind in der Region knapp 50 Menschen an den Folgen des Überschwemmungen gestorben, 13 weitere werden noch vermisst.

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Im Südwesten Japans gab es heftige Regenfälle, Überflutungen und Erdrutsche. Dutzende Menschen starben, viele werden noch vermisst.

Tokio. Die Zahl der Todesopfer in den von schweren Unwettern heimgesuchten Überschwemmungsgebieten in Japan ist weiter gestiegen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Montag berichtete, kamen mindestens 44 Menschen auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu ums Leben. Darunter befinden sich 14 Bewohner eines Altenpflegeheims in der schwer betroffenen Provinz Kumamoto. Mehrere Menschen wurden noch vermisst.

Japans Meteorologiebehörde warnte in mehreren Präfekturen vor weiteren schweren Regenfällen und rief die Bevölkerung auf, in „höchster Alarmbereitschaft“ zu bleiben. Die Behörden haben nunmehr mehr als eine Million Bewohner in den Provinzen Kumamoto, Kagoshima und Miyazaki auf Kyushu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen.

Niederschläge hatten am Wochenende schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Die weiter andauernden starken Regenfälle erschwerten am Montag die Bergungsarbeiten der Einsatzkräfte, Helikopter konnten nicht fliegen. Entlang des über die Ufer getretenen Flusses Kuma standen weite Gebiete unter Wasser. Nach NHK-Angaben wurden allein zehn Brücken, die über den Kuma führten, weggespült. Zudem blieben Tausende Haushalte weiter ohne Strom.

Schwere Regenfälle in Japan – Wohngebiete versinken in Wassermassen

Die örtlichen Behörden auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu hatten am Samstag mehr als 250.000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. In den mehr als 100 in Kumamoto eingerichteten Notlagern mussten zugleich Vorkehrungen gegen die Gefahr einer Ansteckung durch das Coronavirus getroffen werden.

„In der Luft hängt der Geruch von leckenden Gasleitungen und Abwässern“, erzählte eine 32-jährige Bewohnerin der schwer betroffenen Stadt Ashikita in Kumamoto Reportern. Als sie am Samstag gegen vier Uhr morgens (Ortszeit) aufwachte, hätten einige Nachbarhäuser bereits unter Wasser gestanden. Große Bäume und Teile von Häusern seien von den Wassermassen fortgerissen worden.

Luftaufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigten ganze Wohngebiete metertief versunken in schlammigen Wassermassen. Aus oberen Stockwerken winkten Menschen mit weißen Tüchern, um Rettungshubschrauber auf sich aufmerksam zu machen. An Rettungsseilen wurden mehrere Bewohner, die sich aufs Dach gerettet hatten, in Sicherheit gebracht.

Japan: Soziale Netzwerke sollen bei Katastrophen helfen

Auch mit Schlauchbooten kämpften sich die Einsatzkräfte zu den Opfern vor. Es gab jedoch Probleme, einige der bergigen Regionen zu erreichen. In sozialen Medien wurden derweil unzählige Fotos und Videos aus den Katastrophengebieten hochgeladen.

Im August will Japans Polizei eine Webseite starten, auf der solche Aufnahmen zum Beispiel von beschädigten Straßen und Gebäuden sowie Erdrutschen hochgeladen werden können. Dies soll den Einsatzkräften bei Katastrophen künftig dabei helfen, Rettungsarbeiten zügig einzuleiten. Manche Menschen nutzten am Samstag die sozialen Medien auch dafür, um Hilfe zu rufen. (küp/dpa/afp)