Zwischenfall

Mutmaßlicher Halle-Attentäter kletterte über Gefängnis-Zaun

Stephan B. nach Karlsruhe überstellt

Dort wird der mutmaßliche Attentäter dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

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Stephan B. ist unbewacht in einen anderen Bereich der Justizvollzugsanstalt gelangt. Die Justiz prüft den Fall.

Halle. Der Attentäter des versuchten Anschlags auf eine Synagoge in Halle, Stephan B., soll über den Zaun des Gefängnishofes geklettert und sich mehrere Minuten unbeaufsichtigt im Innenbereich der Haftanstalt bewegt habe. Der Vorfall geschah am vergangenen Samstag in der Justizvollzugsanstalt Halle, wie das Landesjustizministerium am Mittwoch in Magdeburg mitteilte. Als er wieder in Gewahrsam genommen wurde, soll er aber keinen Widerstand geleistet haben.

Derzeit werde im Justizministerium geprüft, wie es angesichts der strengen Auflagen hinsichtlich der Haftbedingungen von B. zu diesem Vorfall kommen konnte, hieß es. B., der wegen des Anschlags auf die Synagoge in Halle unter anderem des zweifachen Mordes beschuldigt wird, darf sich laut Auflagen nicht ohne Aufsicht außerhalb seines kameraüberwachten Haftraums bewegen.

Halle-Attentäter über Zaun in Gefängnis geklettert

Die für die Aufsicht zuständigen Beamten seien in andere Bereiche versetzt worden, erklärte das Ministerium. Die Behörde selbst erfuhr nach eigenen Angaben erst am Dienstag von dem Vorfall.

B. soll am 9. Oktober während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht haben, bewaffnet in die Synagoge von Halle einzudringen und die dort versammelten Menschen zu töten. Nachdem ihm dies nicht gelang, erschoss er den Ermittlungen zufolge auf offener Straße eine Frau und tötete einen Mann in einem Dönerimbiss.

Auf seiner Flucht verletzte er zwei weitere Menschen schwer. Die Ermittler gehen davon aus, dass B. aus antisemitischen und rassistischen Motiven handelte. Der Prozess gegen ihn soll am 21. Juli beginnen. (jb/afp)