Infektion

Wie sich die Deutsche Bahn auf das Coronavirus vorbereitet

Sicherheitskräfte von der Bundespolizei und DB-Sicherheit am Montag am Eurocity-Zug aus Venedig in München.

Sicherheitskräfte von der Bundespolizei und DB-Sicherheit am Montag am Eurocity-Zug aus Venedig in München.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Die Deutsche Bahn sieht sich auf eine drohende Ausbreitung des Coronavirus gut vorbereitet. Es greift die bestehende Pandemieplanung.

Berlin. Die Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus steigen nun auch in Deutschland. 30 Personen haben sich bisher mit SARS-CoV2 angesteckt. Bundesinnenminister Horst Seehofer spricht von einer „deutlich verschärften“ Lage. Auch die Deutsche Bahn trifft Maßnahmen im Falle einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus.

Am Donnerstag gab der Konzern bekannt, dass man sich „intensiv“ vorbereite. Die Deutsche Bahn tausche sich ständig mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Ländern, dem Bundesinnenministerium und dem Bundesverkehrsministerium aus. Diese treffen der Mitteilung zufolge Entscheidungen im Bahnverkehr.

Bis jetzt gebe es keine Einschränkungen, so die Bahn. So lange Züge fahren, gelten in den Bussen und Zügen die Vorsorgehinweise des Robert-Koch-Instituts: gründlich Händewaschen, Taschentücher so schnell wie möglich entsorgen. Doch was, wenn sich ein Reisender mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat?

Deutsche Bahn: Bei Coronavirus-Verdacht wird Bereich gesperrt

Bei einem „von Behörden festgestellten Corona-Verdacht“ werde der betroffene Bereich des Zuges abgesperrt, erklärt die Deutsche Bahn. Nach der Fahrt werde er entsprechend gereinigt und desinfiziert. Fahrgäste werden dann vom Zugpersonal informiert und müssten ihre Kontaktdaten hinterlegen. Der Konzern hat zudem eine Hotline eingerichtet: 0800 5 14 15 14.

Horst Seehofer hatte am Donnerstag gefordert, dass Passagiere aus anderen Ländern beim Ankommen in Deutschland eine „Aussteigerkarte“ in Bussen, Bahnen und Schiffen ausfüllen sollen. Im Falle eines infizierten Passagiers können so die Mitreisenden informiert werden.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte es in einer Regionalbahn in Rheinland-Pfalz einen Verdachtsfall gegeben. Der Fahrgast hatte sich auf der Fahrt nach Saarbrücken selbst beim Zugpersonal gemeldet. Der Zug war daraufhin von der Bundespolizei gestoppt worden, von den anderen Reisenden wurden Kontaktdaten aufgenommen. Am Ende stellte sich die vermeintliche Infektion mit dem Virus als Fehlalarm heraus.

Coronavirus: Diese Menschen sind besonders gefährdet
Coronavirus- Diese Menschen sind besonders gefährdet

Deutsche Bahn will „Pandemieplanungen” ausbauen, wenn nötig

Für den Fall einer Pandemie will die Deutsche Bahn aber gewappnet sein. Dem Konzern zufolge gibt es bereits „Pandemieplanungen“, die den Entscheidungen des Bundes und der Landesregierungen angepasst werden.

Dennoch können Passagiere, die ihre Reise wegen des Coronavirus nicht antreten wollen oder können, auf Erstattungen hoffen. Fahrscheine in die betroffenen Regionen in Italien erstattet die Deutsche Bahn. Auch Fahrkarten für den Fernverkehr können erstattet werden, wenn der konkrete Reiseanlass aufgrund des Virus entfällt – etwa bei einer Sportveranstaltung oder einer Messe.

Das gilt auch für den Fall, dass ein gebuchtes Hotel am Reiseziel unter Quarantäne steht. Kunden und Kundinnen sollen sich an eine Verkaufsstelle oder die Kundenservice-Kanäle der Deutschen Bahn wenden.

Coronavirus – Mehr zum Thema

Wichtig zu wissen: Coronavirus: Symptome, Übertragung, Unterschiede zur Grippe. Verfolgen Sie auch die aktuellen Entwicklungen in unserem Newsblog: Coronavirus: Bundesbank sieht Gefahr für Konjunktur. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Virus haben wir hier gesammelt. (rh/dpa)