Verbraucherschutz

Foodwatch: „Dreiste Verbrauchertäuschung“ bei Nestlé-Produkt

Greenpeace bringt Nestle sein Plastik zurück

Zwei Wochen fuhr der Diplom-Chemiker und Aktivist Manfred Santen über den Rhein, um Großkonzernen ihr Plastik zurückzubringen, das Greenpeace auf den Philippinen gefunden hat.

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert den Konzern Nestlé. Darum geht es vor allem um Inhalt und Verpackung eines Produkts.

Berlin. Die Verbraucherorganisation Foodwatch übt scharfe Kritik am Lebensmittelkonzern Nestlé. Bei den Teekapseln „Dolce Gusto“ soll es sich um „dreiste Verbrauchertäuschung“ handeln. Die Organisation kritisierte am Freitag vor allem Verpackung und Inhaltsstoffe der Teekapseln.

Der in Plastik eingeschweißte „Marrakesh Style Tea“ etwa werde wie ein hochwertiger Grüntee mit Minze vermarktet. Dabei bestehe das Produkt zu mehr als 95 Prozent aus Zucker, erklärte die Organisation. Die groß auf der Packungsvorderseite abgebildete Minze sei lediglich als Aroma enthalten und der namensgebende Grüntee nur als Extrakt. Zudem verwende Nestlé Palmöl, was bei einem Tee vollkommen unnötig sei, so Foodwatch.

Auch die Sorte „Citrus Honey Black Tea“ bestehe zu 67 Prozent aus Zucker, enthalte Palmöl und lediglich Aromen anstatt echtem Honig und Zitronen. Kritik hatte Foodwatch auch an der Verpackung der Tees: Die Plastikkapseln verursachen demnach unnötigen Verpackungsmüll. Foodwatch forderte Nestlé auf, die „Verbrauchertäuschung“ zu stoppen.

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert Nestlé. Doch wie zufrieden sind eigentlich die Verbraucher selbst? Einer Umfrage zufolge werden Verbraucher in Deutschland pessimistischer. Das könnte vor allem für Konzerne zum Problem werden, denn eine andere Umfrage fand heraus: Deutsche Verbraucher probieren gerne Neues. Ein großes Thema für Verbraucher ist Zucker: Die Mehrheit der Deutschen will weniger Zucker in Lebensmitteln für Kinder. Foodwatch warnt vor Reduzierung der Lebensmittelkontrollen.

(AFP/reba)